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Soziale Linksammlung aus München und Toronto
4. Februar 2015


Viel. Ab einem Pegel von ca. 50% Hämoglobin und 50% Chlorophyl im Körper kommen solche Ideen wohl automatisch…
Vishana: Ich bin kein großer Kartoffelfreund aber ich mag Chips. Und Blätter. Als ich herausgefunden habe, dass man aus Blättern auch Chips machen kann, war es um mich geschehen.
Tabea: Bevor ich nach Kanada gezogen bin kannte ich Grünkohl nur in matschig und braun mit Fettstückwurst und toten Kartoffeln. Sorry, Oma! In Toronto präsentierte er sich mir dann in roh und frisch: Lila, hellgrün, saftig, froh, in Salaten oder als schmückendes Grünzeug im Fahrradkorb… der Moment der Erleuchtung. Seitdem bin ich verliebt.
Schwierige Frage. In Nordamerika ist im ganzen Jahr immer alles verfügbar, die Auswahl scheint grenzenlos, da viel aus den wärmeren Regionen von Amerika sowie aus Südamerika und Mexiko importiert wird und durch die vielen verschiedenen Kulturen, die hier leben, die Nachfrage nach den unterschiedlichsten Lebensmitteln sehr groß ist.
Vieles habe ich (Tabea) erst hier kennengelernt. Alles ist immer da, egal ob Spargel, Erdbeeren, Kohl oder diverse asiatische Exoten. In Deutschland wird zwar auch viel importiert, doch gibt es mehr saisonale Produkte und alles ist etwas limitierter und… bodenständiger. Eigentlich der richtige Ansatz, auch wenn das für uns bedeutet, dass wir im Sommer auf unseren geliebten Grünkohl verzichten müssen. Frische deutsche Erdbeeren helfen aber ganz gut bei Herzschmerz.
Davon abgesehen sind auch die Regeln für den Gebrauch von Pestiziden und genmanipuliertem Saatgut in Deutschland viel strenger, die Lebensmittel sind weniger belastet. Wenn man hier in Toronto auf einen der vielen Farmers Markets geht, bekommt man aber auch gutes und lokales Gemüse. Ontario ist ein sehr fruchtbarer Teil von Kanada, hier wachsen die saftigsten Tomaten, Birnen, Pfirsiche und der schönste Grünkohl.
Gemüse ist vielfältig und kreativ. Es riecht gut, fühlt sich gut an, sieht gut aus, überrascht einen immer wieder, tut (richtig angebaut) niemandem weh und ist in seinen unterschiedlichsten Facetten überall auf der Welt zuhause… klingt doch alles nach einer Kontaktanzeige, auf die man durchaus antworten würde, oder?
Klischee aber wahr: Das machen, was wir lieben und am besten können und unsere Leidenschaft teilen. Miteinander und mit anderen. Wir glauben an die Wichtigkeit der Vermittlung von Informationen in ansprechender Art und Weise. In simpel: Wir mögen es schön und schlau. Kalecollective versucht sich mit diesem Mindset dem Thema Ernährung zu nähern. Ohne das wir irgendwem Vorschriften machen wollen, geht es uns darum, ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was wir täglich verzehren. Das halten wir nämlich für ziemlich wichtig. Es wird zu dem, was wir sind und es hängt so viel mit dran. Ein bisschen mehr Dankbarkeit, ein paar mehr Nachfragen… und dabei dann idealerweise noch gut aussehen und den Genuss und Spaß am Essen nicht verlieren.
In einem Leben zuvor bestimmt, in diesem aber durch gemeinsame Freunde.
Auch schwer, denn da gibt es einige. All-time-favourites von uns beiden sind sicher Kale Chips, aber er macht sich im Alltag auch gut als zuverlässige Salatgrundlage, zum Beispiel mit einem leckeren Tahindressing oder ganz simpel mit einem guten Öl, etwas Apfelessig, einem Spritzer Ahornsirup, Salz und Pfeffer. Und dann kann man ihn dann je nach Dressingwahl, persönlichen Vorlieben und Saison noch mit weiteren Zutaten bewerfen. Jetzt im Herbst kommt eine Kombi aus gebackenem Kürbis, Birnen, Rosinen und gerösteten Nüssen ganz gut. Die Fettstückwurst (korrekt: Pinkel) haben wir jetzt mal bewusst nicht als adäquates Grünkohltopping erwähnt. Über die ist er hinweg. Oma, ich hab dich lieb.

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