Rose MusikNichts wird besser. Seit den Anschlägen von Paris weht ein kalter Wind durch Europa, der das Kriegsgeheul mit sich trägt. In Zeiten wie diesen fällt es schwer, sich mit Musik zu betäuben. Es sind Aufrichtigkeit und Widerstand gefordert. Denn die Geschichte lehrt uns – und dazu müssen wir nich einmal weit in der Vergangenheit –, dass Bomben gegen Terror nichts zur Befriedung beitragen, sondern die Spirale nur weiter nach unten schrauben. Und wir wissen als Hobbyhandwerker: Nach fest kommt kaputt. Und wenn ich mich so umblicke, ist schon einiges in unserer Gesellschaft ziemlich kaputt.

Es sind ja nicht nur terroristische Organisationen, die unser Zusammenleben bedrohen. Es sind die Extremisten und Stimmungsmacher in den eigenen Reihen, die sich von der Angst lenken lassen. Rechtsextreme Spaziergänger, Waffenproduzenten, Politiker, die mit verängstigtem Blick auf die sinkenden Zustimmungswerte starren. Eine bizarre Mischung aus Stimmungsmache, Anheizer, Deckelzuhalter. Und wenn uns der Topf um die Ohren fliegt, will es wieder niemand gewesen sein.

Radikaler Pazifismus ist keine Lösung. Das weiß ich selbst. Aber die Bomben auf Raqqa sind ein Teil des Problems. Unsere jahrelange Untätigkeit ist ein Teil des Problems. Der Aktionismus ist ein Teil des Problems. Es gibt keine schnelle Lösungen. Mit all dem wollen wir uns doch aus der Verantwortung stehlen, statt über soziale Ungerechtigkeiten und einem solidarischen Miteinander zu sprechen. Im Ich gibt es kein Wir.

Musik war auch immer ein Instrument, um politische Botschaften zu formulieren. Und wir leben in politischen Zeiten, die einen lauten Widerspruch von uns verlangen. Nicht nur in den Clubs, um die Wut aus dem Bauch zu tanzen, sondern auf den Straßen, um diese Welt zur Besinnung zu bringen.

 

Titelfoto: © Warner Music. Via: http://www.warnermusic.de/muse.

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