Rose MusikEin Track wie eine Maschine. Weiter im weiter. The Swans, muss ich zu meiner Schande gestehen, kannte ich bis letzte Woche nicht. Und auch die No Wave Bewegung als Antwort zum Postpunk war mir neu. Aber das heißt ja nicht, dass es schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Wobei dieser Song „Screen Shot“ schon wirklich der Beste ist. Tortoise kannte ich schon vorher, der Song bzw. das Album sind dennoch neu. Weniger Maschine, mehr der plätschernde Bach, der bisweilen über Geröll rauscht.

Ein Rauschen der Erinnerung weckt Feu! Chatterton in mir. Die Band aus Paris erinnert in vielerlei Hinsicht an Noir Désir. An anderer Stelle meint man in der zart gehauchten Stimme des Sängers Bryan Ferry zu erkennen. Aber gerade das Intro von „Côte Concorde“ ist doch so etwas von Interpol. Ein schönes Beispiel wie assoziativ der Genuss von Musik sein kann. Bei der neuen Single von The Computers war meine Assoziation aber etwas überfordert. Liegt wohl an den früheren Stücken der Band, die mehr Rock’n’Roll waren. Mit „What the News? Here’s the Blues“ werden wir von ihnen zunächst auf die falsche Fährte gelockt. Denn das ist kein Blues, sondern Funk. Und irgendwie klingt es sowohl für uns als auch für die Band ungewohnt. Im November kommen sie nach Berlin. Und dann wird es sicherlich mehr vom neuen Album geben.

Gary Clark Jr. hört sich an , als wären es uralte Originalaufnahme aus den Anfängen des Blues. Nein, es ist aber neue Musik. Aus Austin, Texas. Ich würde mal sagen: Für Musikliebhaber*innen the Place to be. Von der gleichen Playlist zum Afropunk Festival kommt auch Flying Lotus’ Track „Tesla“ vom Album „You’re Dead!“, das ja massiv abgefeiert wurde. Ich muss mich da erst so richtig reinbeissen. Denn wirklich einfach zugänglich ist es nicht. Letzte Woche verstorben, aber nie zu spät neu zu entdecken: Dave Pike. Ein echter Dancefloorkracher. Früher – als es noch Radio multikulti gab – fanden im Oxymoron alle paar Monate Jam Sessions von Musikern und Drum’n’Bass-Djs statt. Drum’n’Tribe nannte sich das. War eine helle Freude dem beizuwohnen. Shopping! Nee, jetzt nicht so, aber durchaus konsumierbar. Das ist eine Band aus London. Feiner Rhythmus. Und in der Kürze liegt die Würze. Selten ist ein Album-Track länger als drei Minuten. Da kann man sich wirklich auf das wesentliche konzentrieren. Zum Beispiel aufs Ausspucken. „Spit It Out“ ist die aktuelle Single von The Maccabees vom Album ‑„Marks To Prove It“. Inspiririert von einer anderen englischen Band, die meinen treuen Hörer*innen nicht unbekannt sein dürfte, haben sich Eagles Of Death Metal an „Save A Prayer“ gewagt. Ein interessantes Wagnis. Ob es gelungen ist, bin ich nicht zu 100 % überzeugt. Aber dafür bin ich auch zu sehr Duranie. Es ist zumindest in gewohnt rotziger EODM-Art gehalten.

 

 

 

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