Rose MusikEs ist die Zeit des Abschieds. Nicht von der Tuesday’s Child, die Euch noch länger erhalten bleibt. Nicht vom Sommer, der uns ja bereits vor einiger Zeit verlassen hat. Aber von einem lieben Kollegen, meinen um genau zu sein. Er hatte das Privileg, die Tuesday’s Child immer als erstes zu hören. Viel Inspiration kam von ihm, wenn wir Tag für Tag beisammen saßen in unserem Büro und dabei die Boxen zum Glühen brachten. Besonders intensiv in der vergangenen Woche, die er damit kommentierte, dass ich wohl absichtlich auf den letzten Metern nochmal voll aufdrehen würde. Tja, so ist das, wenn man es einem schwer machen möchte. Darum ist die Tuesday’s Child diese Woche ganz allein im gewidmet und Ihr dürft sie feiern und damit ihn, meinen Kollegen Tante Mimi.

„Wo bleiben die Beschwerden?“ fragt uns Enno Bunger in seinem bewegenden Track vom aktuellen Album „Flüssiges Glück“. Und unter seinem Video auf YouTube mahnt er uns: „Dieses Lied ist das Ergebnis, eine Kritik an dem Land, in dem wir leben, an unserer Gesellschaft, und vor allem auch an mich selbst. Wir sind mitverantwortlich für das, was da passiert. Zum 25. Tag der Deutschen Einheit wünsche ich mir, dass Deutschland sich erst dann feiert, wenn es sein Rassismusproblem in den Griff bekommen hat.“

Recht hat er! Und so zieht es sich wie ein roter Faden durch sein großartiges Album, das musikalisch eingänglich und mit den Texten wie eine Fausthieb auf unsere Magengrube zielt, um uns aufzurütteln. Aufrüttelnd kommt auch Findlay daher, die gerade beim Glastonbury auf der BBC Introducing-Bühne das Publikum rockte. Die junge Britin hat gerade ihre EP „Electric Bones“ vorgelegt und dazu zwei echt herausragende Videos produziert, die Ihr Euch anschauen müsst. Der Knaller diese Woche sind aber Dilly Dally aus Toronto. Das Album läuft bei uns rauf und runter und wieder rauf, bis die Türen der Nachbarbüros knallend zufallen. In einer fantastischen Mischung aus Kurt Cobain, Hole und Pixies liefern die vier Kanadierinnen und Kanadier einen Sound ab, der seinesgleichen sucht. Und wenn Katie Monks’ Stimme in die Tiefen eines Tom Waits abtaucht, bekommst du Gänsehaut und willst es immer und immer wieder hören. Geiler Scheiß! Und wir haben sie für Euch nach Berlin geholt (So die Legende…): 9. Januar im Rosi’s zu bestaunen und ordentlich abzufeiern.

toner Rock aus Griechenland? Gibt es und ist total gut. 1000mods lassen die 90er Aufleben und wer die Wüstenköniginnen verehrt, wird sich an den Griechen erfreuen. Album ist geordert und wird demnächst verschifft. 1981 ist auch schon eine Weile her. Aber die Musik kann total zeitlos sein. Adolescents sind ganz im Stile von Joy Division. Etwas mehr Punk, weniger Post, wenn man so will. Soundgarden, Pearl Jam, Queens Of The Stone Age? Nein, kein Festival Line-Up, sondern die Herkunftsbands der Musiker von Ten Commandos mit Frontman Mark Langen. Das kann sich schon hören und sehen lassen, was diese sogenannte Supergroup da auf die Rille bringt. Leider bringen die Beastie Boys ja nichts mehr raus, aber Chuck D hat sich mit den beiden verbliebenden Mitgliedern ins Studio begeben, um etwas „mit seinen Mentoren“ aufzunehmen. Schon nett, aber – auch klar – an die Beastie Boys kommt halt nichts mehr ran.

Doch zurück zu meinem baldigen Ex-Kollegen. Er spielt ja auch in der von mir öfters hoch gelobten Band Peer. Und beim gemeinsamen Durchhören von Spotify, wunderten wir uns über angebliche Peer-Stücke, die uns empfohlen wurden, die er gar nicht kannte. Denn – Überraschung! – es gab oder gibt offenbar einen gleichnamigen deutschen Rapper, der auf dem Album von DCS aka Die Coolen Säue mal etwas mitmischte. Schön smooth zum Kopfnicken. Das Editors nicht zum Kopfnicken einladen ist eine andere Geschichte, aber deren aktuelles Album hebt echt ab und Ihr beim Mithören auch. Ganz simpel im Aufbau und dann geht’s langsam ab durch die Decke. Zum Schluss noch eine Band aus Berlin, um die es zur Zeit etwas ruhiger geworden ist: Super700. Die haben wir bei einem kleinen Verlagsfest mit einem Akustikset gehört gehört. Ganz wunderbar. Für mich ist dieser Track ja der ideale Bond-Song und allemal besser als was uns dazu gegenwärtig präsentiert wird. In diesem Sinne wünsche ich Tante Mimi alles erdenklich Gute und bleib der Guten Mukke treu und der Tuesday’s Child auch, damit du bei deinen neuen Kollegen immer schön vorne dabei bist musikalisch.

Titelfoto: © Masao Nakagami, Beastie. Via: https://flic.kr/p/kMkxS is licensed under a Creative Commons license CC BY-SA 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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