Rose MusikEntschuldigt, wenn die Tuesday’s Child in den kommenden Wochen von fliegenden Mittagstellern, spielendem Kindergeschrei und hängenden Augenringen geprägt sein wird, doch meine Elternzeit hat begonnen. Aber weder Ihr noch ich werden deswegen auf gute Musik verzichten müssen. Dafür ist der Kleine auch zu musik-affin und geht schon gut mit.

Richtig gut mitgehen kann ich derzeit bei Jesper Munk. In einer Mischung aus Arctic Monkeys und King Krule auf Blues geht der gerade mal 23-jährige Münchner voll ab. Seine Livequalitäten muss Ghostpoet für mich immer noch unter Beweis stellen. Als ich ihn zuletzt im Bi Nuu sah, war es mir alles zu breiig, obwohl ich seine Musik sehr mag. Und sein aktuelles Album liefert genügend Spielraum für einen beschwingten Abend voller Melodien. Muss man aber noch bis zum Mai mit warten, ehe er nach Deutschland kommt. Für richtig gute Konzerte sind Warpaint ja zu genüge bekannt.

Wie kam ich jetzt auf diesen Track von Air? Virgin Suicides lief gerade nicht im Fernsehen. Oder lag es an Daft Punk, die mir letztens wieder ohrwurmmäßig durch den Kopf waberten? Oder an Laurent Garniers „Elektroschock“, das ich gerade lese? Anknüpfungspunkte gäbe es genügend. Ich sollte anfangen, alle Ideen kurz auf Post-ist zu fixieren, damit sie haften bleiben. Bristol hat mir letztens einer meiner Follower und Musikblogger in die Playlist gespült. Es ist eigentlich das in sich geschlossene Ergebnis eines ganzen Genres. Keine anderen Stadt wird so mit Trip Hop in Verbindung gebracht, so dass es nur konsequent ist, sich nach ihr zu benennen und damit gleichzeitig unauffindbar und ununterscheidbar zu werden. Sizarr stechen dagegen wie ein schmerzhaft leuchtender Stern in der deutschen Musikszene hervor. Am Freitag spielen sie im Berliner Lido. Ich bin schon sehr aufgeregt, wie sich die drei Jungs weiterentwickelt haben.

Dieser Tage auch auf Tour ist Will Butler, kleiner Bruder von Win und Arcade Fire-Mitglied. Sein Album Policy erinnert phasenweise an die Band, doch geht es deutlich dreckiger zu im Sound. Das ist zwar keine Offenbarung, aber durchaus hörbar. Entgegen dem Album-Titel ist Karin Parks „Apocalypse Pop“ keineswegs das Ende aller Pop-Geschichte. Aber es ist immer gut, mit Drama um Aufmerksamkeit zu buhlen. Die Musik entfaltet bei großer Lautstärke ihre ganze Wirkung. Also: Kopfhörer auf und bis nächste Woche dann!

 

 

Titelfoto: © Magnus Aske Blikeng , Warpaint. Via: https://flic.kr/p/8N3avP is licensed under a Creative Commons CC BY-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top