Rose MusikEs gibt Musikstile, die sind glücklicherweise nicht totzukriegen. Glamrock vom feinsten liefert King Tuff ab. Wer da nicht das Haupthaar schwingen will, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Und wenn dann noch dieses grandiose Video dazu kommt, erinnert man sch selig an Tage vor der Anlage, als man versucht hat, seinen Eltern mit der eigenen Musik nicht zu sehr auf den Keks zu gehen.

 

 

Apropos auf den Keks gehen. Soundgarden hatte ja spätestens seit ihrem furchtbar öden Auftritt in der Zitadelle und dem darauffolgende Rock am Ring bei mir endgültig verloren. Und das letzte Album „King Animal“ von 2012 war so überflüssig wie ein tödlicher Männerschnupfen. Und da kommen die Typen plötzlich mit einem Rarities-Album um die Ecke, bei dem ich doch wieder altersmilde (oder sentimental?) werde. Die Band hatte es einfach drauf und richtig gute Musik gemacht. Schade nur, dass diese Reunion viel Porzellan zerschlagen hat. Aber „Echo Of Miles: Scattered Tracks For The Path“ ist eine absolut hörenswerte akustische Zeitreise.

Anderer Stil, weiterhin gute Musik kommt von Vaudou Game. Funk aus Togo bis die Fusssohlen qualmen. Bei Hanni El Khatibs „Moonlight“ denkt man weniger an Qualm als an dunkle Gassen und ungeklärte Verbrechen. Der US-Amerikaner mit palästinensisch-philippinischen Wurzeln bezeichnet seinen Stil selber als „Messerkampf-Musik“. Zu seiner neuen Single liefert er gleich eine ganze Spotify-Playlist mit, u.a. mit MC5 und Grace Jones, die ich gleich mal abgreife.

Berlin und Detroit. Der urbane Techno-Sound der post-industriellen Großstädte ist so lebendig wie einst in den 90ern. Model 500 ist eines der Projekte des Altmeisters Juan Atkins, der bis heute zusammen mit Derrick May und Kevin Saunderson den Detroit-Sound prägte. Schön, dass diese Scheibe wieder neu als Vinyl erschienen ist. Young Ejecta dagegen liefern feinen femininen SynthiePop ab, der eiskalt und umarmend zugleich ist. Zu Tagträumen neigen kann man auch bei der Musik von The Daydream Club. Feines Akustikzeug aus England. Und weil man ja von Kontrasten lebt, erfreue ich mich daran, dass endlich Rammstein auf Spotify ist und ich mir deren Musik in Erinnerung rufen kann, mit der ich in rauchigen Kirchenkellern endlos lange Rollenspielabende verbracht habe.

 

Titelfoto: Soundgarden, Credit: Charles Peterson, https://www.subpop.com/artists/soundgarden/press

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