Rose MusikWer hätte gedacht, das meine persönliche Musik- und Stilikone nochmal so aufdrehen würde? Gehofft ja, aber nicht wirklich erwartet. Aber nach dem Coup mit „The Next Day“ haut Bowie doch glatt zwei neue Tracks raus, die mich persönlich an den Rand exzessiver Begeisterungsstürme treibt. Warum? Sie erinnern mich in ihrer Machart an das wunderbare „Outside“-Album. Insbesondere der aktuelle Song „’Tis Pity She Was A Whore“: eine rauchig verzerrte Stimme Bowies über elektronisch schroffe Musikarrangements. Der Titel ist im übrigen angelehnt an ein englisches Drama aus dem 17. Jahrhundert, das sich um Inzest dreht. Harter Tobak.

Eine künstlerisch wertvolle Herausforderung liefert uns auch Get Well Soon. Konstantin Gropper hat sein neues Werk in drei EPs veröffentlicht, die jeweils ein Thema musikalisch beackern. Und doch werten sie auf wundersame Weise vom Artwork zusammengehalten. Ich kam nicht umhin, mir dies zu besorgen und zu genießen.

Was ich mir auch bestellt habe ist die neue Heliocentrics in Zusammenarbeit mit Melvin Van Peebles, der dieser sphärisch-verzerrten Musik mit seinen Spoken Words einen besonderen Touch verleihen, der mich extrem an das letzte Album vom Godfather schlechthin , Gil Scott-Heron erinnert, der mit Jamie XX ein ähnliches Werk präsentierte. Sein komplettes Album „I’m New Here“ nochmal veröffentlicht mit dem elektronischen Tausendsassa von The xx. „We’re New Here“ steht dabei definitiv für sich selbst.

Auch Zaz holt sich auf ihrem Paris-Album Unterstützung eines Grandseigneurs des Chansons. Charles Aznavour hat bereits mit Edith Piaf zusammen gesungen. Jetzt halt die neue Hoffnung des Chansons, die auch eher zufällig zu ihrem Ruhm kam, und auf ihrem Album den Chanson mit dem Jazz zusammenführt und alles vom großartigen Qunicy Jones produziert. Zaz verleiht ihrer Musik ein Feuerwerk von Lebensfreude. Da kannste machen, was du willst, aber Widerstand ist zwecklos.

Das geht mir auch so bei den Fantas. Ich war – mal wieder – skeptisch, ob ich mir diese Jubelarie zum 25. Jubiläum wirklich geben müsste. Hab mich dann doch überwunden und musste lachen. Es st kein Kracher, aber es hat diese typischen Fanta 4-Songs dabei, die es auf den Punkt bringen. So wie „Single“. Es geht um die Liebe und die Musik und ist gleich auch noch Kritik am Konsumverhalten, denn auch ich brauch’ eine um die 33, wenn’s geht. Perle! Und der Rest ist Geschichte.

 

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