Rose Interview Mikrofon

Meine Ur-Großmutter lebte 1943 in der Eberswalderstraße in Berlin. Sie verbrachte mit ihren vier Kindern viele Nächte im Luftschutzkeller des Hauses. Bis eines Tages das Haus von einer Bombe getroffen wurde. Sie floh mit den Kindern nach Ostpreußen. Im September 2013 veranstaltete ich in dem Haus nebenan ein Bordeaux Guerilla Dinner. Mit Weinen französischer Winzer, die ich in Frankreich traf. Unter den Gästen war eine Amerikanerin, ein Duo aus Brooklyn spielte ein paar Songs. Mit im Gepäck hatte ich meinen 14-jährigen Cousin. Wie ich, ein Großenkel der Oma, die vor 70 Jahren zehn Meter weiter im Luftschutzkeller wachte. So kann sich Geschichte drehen.

Die Musik von Take Berlin, die uns an dem Abend ein paar Songs spielten, passte wunderbar in diese Stimmung und es war klar, dass die Zwei in den Rosengarden müssen. Her we go…

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Foto: Fabrizio del Rincon

„Take Berlin”… ist euer Bandname eine Hommage an den Song „First we take Manhattan“?

Jesse: Vielleicht war es eine unterbewusste Referenz. Der eigentliche Grund war jedoch, dass wir für unsere ersten Songs Geschichten aus Ost-Berlin verwendeten und um sie herum die Musik komponierten.

Ihr lebt in Brooklyn. Hat das irgendeinen Einfluss auf eure Musik?

Yvonne: Ja, definitiv. Es gibt dort Vielfalt und Talent an jeder Ecke. Jeder kann so sein, wie er sein möchte und es gibt immer Überraschungen und dadurch etwas zu erzählen und zu sehen. Das gibt es natürlich auch beispielsweise in Berlin – der Stadt aus der ich ursprünglich komme – , aber dort fällt es mir schwerer, diese Besonderheiten, die diese Stadt ausmachen, einfach zu sehen – mit dem Auge eines Fremden.

Jesse: Ich würde sagen, es gibt eine gewisse Wettbewerbs-Atmosphäre in Brooklyn. Das zwingt dich, deine Stärken und Schwächen zu kennen. Irgendwie führt dich das dazu, dich in eine sehr persönliche musikalische Richtung zu bewegen. Und ganz praktisch gesprochen: Wäre ich nicht nach Brooklyn gezogen, wäre ich nicht mit Eli Reed auf Tour gegangen, der mich nach Deutschland bracht, wo ich dann Yvonne traf.

Unser Magazin trägt den Untertitel „Magazin für die urbane Bohème“. Fühlt ihr euch als urbane Bohemians?

Jesse: Irgendwie schon, wenn das bedeutet einen nicht-konformen oder nicht-traditionellen Lifestyle zu haben. Allerdings sind große Teile Brooklyns genau mit solchen Menschen gefüllt. Hier ist das also fast die Norm und ich fühle mich eher als Bohemian in dem beschriebenen Sinne, wenn ich in anderen Städten bin.

Eure Musik zu hören fühlt sich an, wie in ein weiches Kissen zu fallen. Das Herz schlägt langsamer, es ist, wie ein warmes Bad zu … (hier weiter lesen)

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