Rose ContributorenCharlotte Eriksson aka. The Glass Child ist 18 als sie ihr Elternhaus in Göteborg verlässt und sich entscheidet Künstlerin zu werden. Der Plan ging auf – aber nicht ohne ein Jahr Obdachlosigkeit in London.

Wir schaffen es leider nicht immer alle Menschen, über die wir berichten, persönlich zu treffen. Dabei entgeht uns sicher viel. Im Fall von Charlotte Eriksson aber war die Neugierde zu groß, die Geschichte zu interessant, um sie nicht erzählt zu bekommen. Und so sitze ich vor wenigen Tagen zum Frühstück in Neukölln und lass mir die europäische Variante des amerikanischen Traums erzählen.

glasschild

Foto: © The Glass Child

Charlotte Eriksson war 18 Jahre alt und lebte ein sehr bürgerliches Leben in Göteborg als sie feststellte, dass sie einen anderen Lebensentwurf möchte. Dass sie ihr Leben der Musik und der Kunst widmen will. Wo andere junge Frauen und Männer mit den selben Träumen nicht weiter kommen als dieses Leben zu träumen, machte Charlotte kurzen Prozess. Sie zog Zuhause aus und ging nach London, um Musikerin zu werden. Seit diesem Tag, so sagt sie, kämpft sie jeden Tag für ihr Recht ein Leben nach ihren Vorstellungen und Wünschen zu leben.

Konkret bedeutete dieser Kampf unter anderem ein Jahr lang ohne festen Wohnsitz in London zu sein. Auf der Straße schlafen, bei unbekannten Freunden schlafen, zurück nach Hause wollen und Begegnungen für die Ewigkeit haben. Charlotte hält durch, arbeitet an ihrer Musik, spielt unzählige kleinste Konzerte in Wohnzimmern. Und sie sammelt Fans. Über 30.000 sind es auf Twitter. Ihre Fans helfen ihr bei der Finanzierung für die Produktion ihrer ersten Platte. Eine Crowdfunding-Kampagne, die innerhalb von vier Stunden ihr Funding-Ziel erreichte. Die Platte feiert kleinere Erfolge aber wichtiger noch: Charlotte Eriksson lebt ihr Leben, so wie sie es sich gewünscht hat.

Die Zeiten des Kampfs sind nun vorbei. Heute lebt sie von ihrer Musik und ihren Büchern und sie hat ihr eigenes Label „Broken Glass Records“. London ist Vergangenheit, Berlin ist jetzt ihr neues Zuhause. Bis hierher war der Weg eine lange Reise voller Begegnungen. Den letzten Teil dieser Reise hat sie nun in dem Buch „Another Vagabond Lost To Love“ niedergeschrieben, das am 19. Mai erscheint. Ein poetisches Reisetagebuch, entstanden rund um den Zeitraum ihrer Ankunft in Berlin.  Wer noch Beispiele dafür sucht, dass es sich manchmal lohnt alles auf eine Karte zu setzen und das wir selbst entscheiden, wohin uns unser Leben trägt, der sollte das Buch lesen.

a34630_c18c88384f094292b6bf074d4fad5838.jpg_srb_p_600_735_75_22_0.50_1.20_0.00_jpg_srb

 

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top