Rose KurzgeschichteNa warte, bis es Winter wird. Wieso? Im Winter ist Berlin schon seeehr grau. Ahja. Welche Stadt hierzulande ist das nicht, frage ich mich. Aber Berlin dürfte grauer sein als andere Städte, wird mir vehement versichert. Na gut. Meiner Euphorie tat diese Aussicht noch nie einen Abbruch, im Gegenteil. Der Himmel über Berlin, der schon Wim Wenders als Vorlage diente, dieser Himmel alleine ist Faszination genug. Irgendwie gibt es in Berlin mehr davon. Mehr Himmel, mehr Weite, mehr Farben (darunter ganz wunderbare Grautöne) und Wolkenformationen. Es macht den Anschein, als wäre der Himmel Spiegel des Berliner Befindens. Manchmal traurig trotzig über die fehlende Beständigkeit, manchmal froh über all die Veränderungen und den Wandel.

Himmel? Reden wir etwa übers Wetter? Das tut man hier nämlich gerne. Bereits im Oktober sehnt man den nächsten Sommer herbei, Klagegesänge werden angestimmt, weil der Sommer auch dieses Jahr viel zu kurz war und werden abgelöst, wenn der Chor einsetzt, wo man über die kommenden Monate des Grau herzieht und so seine latente Unzufriedenheit zu rechtfertigen versucht. Dieser Herbst, der mit all dem Sing-Sang natürlich für den Berliner ungenießbar ist, den begrüßt der Österreicher sehr. Er erkennt ihn an den sich verfärbenden Blättern, die irgendwann vom Baum fallen und zunächst als bunter Teppich in einem Retro-Look auf der Straße landen und später als Laubhaufen enden, der auch noch seinen Zweck haben wird. Dieser Herbst bringt ein interessantes Phänomen zutage, das man den Deutschen gerne zuspricht: Die Pedanterie. Warum das? In Berlin, wo neben vielen Zugezogenen – mich eingeschlossen – auch die guten echten Berliner wohnen, da ist kein Blatt zu sehen. Die Straße ist laubgepustet …. (hier geht es weiter)

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Wien

Foto: Bastian Wegner PHOTODESIGN

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