Rose_WerkzeugWenige Dinge verändern sich so sehr  wie unsere Arbeitswelt. Traditionelle Beschäftigungsverhältnisse gibt es immer weniger und vor der Tür steht die  Industrie 4.0. Das Online-Magazin WORK IN PROCESS portraitiert den Arbeitsalltag von Menschen – und Robotern (!) – ohne die nervige Lifestyle-Weichzeichnerei ähnlicher Angebote.

Es reicht ja schon aus, sich im Freundeskreis umzuhören. Wenn man nicht gerade in einer Blase aus Leuten gefangen ist, die irgendwas mit Medien machen. Aber schon der Blick ins eigene Umfeld zeigt, wie unterschiedlich wir arbeiten: Musiker, Autoren, Lehrer, Pflegekräfte, Angestellte, Solo-Selbstständige, Chefs. Genau diese Vielfalt war es, die Elsa Loy und Katrin Haase auf die Idee gebracht hat, ein Online-Magazin zu starten, in dem sie Menschen portraitieren, die ihren Arbeitsalltag individuell gestalten. Und das besondere an der Sache ist, dass man beim Lesen des Magazins bis zu drei dieser Tagesabläufe parallel verfolgen kann. Man sieht also, wer morgens um zehn immer noch beim Kaffee sitzt oder schon das erste Meeting hinter sich hat.

Um 9 Uhr wird Gargamel abgestöpselt

Da gibt es zum Beispiel den Tonmeister in Leipzig, der sich ab neun Uhr morgens schon den Kammerchor reinzieht. Eine halbe Stunde bevor die Berliner Sängerin Anna ihren ersten Kaffee trinkt. Ebenfalls in Leipzig wird Gargamel um neun Uhr von seinem Ladekabel abgestöpselt. Gargamel ist ein Roboter mit dem Spezialgebiet Fußball. Also ein Vertreter unserer künftigen Arbeitswelt und insgesamt ein ziemlich feiner Kerl.

Elsa Loy und Katrin Haase, die Gründerinnen von WORK IN PROCESS. Foto: Rica Rosa

Man kann WORK IN PROCESS gar nicht anders lesen als sich permanent zu fragen, was man selbst um 12.30 so macht in der Regel. Wobei „Regeln“ hier auch so eine Sache sind. Die Macherinnen des Magazins haben schnell gelernt, dass es kaum Alltag und Gleichförmigkeit in den Arbeitstagen von Menschen gibt, die ihre Arbeit individuell gestalten. Jeder Tag ist neu, jede Woche anders. Was sie alle eint ist die relative Zufriedenheit mit ihrem Erwerbsmodell. Insofern ist WORK IN PROCESS auch Inspirationsquelle für alle, die mit dem Gedanken spielen, aus traditionellen Erwerbsstrukturen auszubrechen.

Ein Blick auf Menschen und ihre Jobs ohne Weichzeichner

Aber auch ohne den Wunsch zur eigenen Veränderung liest sich WORK IN PROCESS spannend. Denn das Magazin verzichtet darauf, die Portraitierten in einer überdrehten lifestyligen Szenerie zu zeigen, wie es andere Angebote machen, in denen es oftmals mehr um den Designerstuhl und den Kaktus im Hintergrund geht als um die Arbeit und die Menschen selbst.

Auf die Frage, wen Elsa Loy und Katrin Haase gerne mal portraitieren würden für ihren Blog, antworten sie übrigens Sarah Wagenknecht und Marilyn Manson. Also, es lohnt sich dran zu bleiben!

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