Rose_WeihnachtenSommerzeit ist Festivalzeit! Chillen auf der Wiese vor der Bühne, Lieblingsbands hören, sich im sexy Fransentop schwitzend tanzen und danach schön unter die Dusche springen …

Moment. Dusche? Saubere Sanitäranlagen? Überhaupt Hygiene? Tja, solche Sachen sind auf Festivals wie Hurricane, Melt und Co. eher Mangelware. Trotzdem (oder gerade deshalb) ist die Sexrate auf solchen mehrtägigen Events nicht gerade niedrig. Kondome finden sich im Standardgepäck eines jeden Festivalbesuchers. Ich erinnere mich da gerne an ein Backstage-Video, wo ein nicht gerade nach Frauenheld aussehender Festivalbesucher voller Optimismus seine 20er Kondomparade offenlegte. Jepp, Kondome hat jeder in der Tasche, neben Sagrotanspray und Deo, die man spätestens nach Tag 2 und einigen Wodka-O im Rucksack unter stinkenden Klamotten links liegen lässt. Scheiß drauf, es ist Festival! Wenn nicht hier stinken und trinken erlaubt ist, wo dann?

Scheinbar fördern gerade solche Ausnahmezustände unsere Kontaktfreudigkeit. Positive Energien ballen sich und man kommt mit völlig Fremden so einfach ins Gespräch wie sonst nur, wenn man gemeinsam im Fahrstuhl stecken bleibt. Doch während Ashton Kutcher und Lea Michele in Happy New Year einige Anläufe bis zum ersten Kuss brauchen, geht das auf einem Festival quasi sofort.

Langsame Annäherungsversuche? LOL

Man steht – gezwungenermaßen – vor der Bühne nebeneinander, wartet auf die nächste Band und kommt ins Gespräch, nachdem das Gegenüber wegen Feuerzeugverlust nach Feuer fragt (nein, das ist i.d.R. erstmal kein Anmachspruch). Nachdem die Zigarette an ist, macht man sich gemeinsam über das Outfit anderer Festivalbesucher lustig und vergisst darüber, dass man selbst das Croptop trägt, was man sich eigentlich gar nicht leisten kann. Und zack – ehe man sich versieht, hat man die Zunge seines Gesprächpartners im Hals, von dem man noch nicht mal den Namen, geschweige denn das Alter kennt. Aber egal – ist ja Festival, zumindest Volljährigkeit müsste also garantiert sein.

Nach hemmungslosem Knutschen und gemeinsamem Abgehen zu Fettes Brot, Slayer oder wer auch immer da gerade auf der Bühne steht (Nebensache), stellt sich schnell die Frage – wo hin?

Variante 1: Das Zelt

Auf dem Rockharz etwa, wo gerade mal 12.000 Leute feiern, sind die Wege zum Zelt recht kurz. Also stolpert man einfach los und guckt, welche Unterkunft man als erstes erreicht. Wenn dann irgendwann der eigentliche Zeltgenosse (oder der eigentliche Zeltbesitzer) reinstolpert, gibt’s in der Regel ein Daumen Hoch. Wer da peinlich berührt ist, hat die Festival-AGBs noch nicht so gut drauf.

Variante 2: Das Festivalgelände

Zelt ist ja schön und gut, aber was tun, wenn SIE auf einem Mega-Festival wie Rock am Ring das Super-Special-Luxus-Camping gebucht hat, dessen Platz zwar nur 5 Minuten von der Bühne entfernt, dafür aber auch nur mit entsprechendem Bändchen zugänglich ist, das ER natürlich nicht besitzt? Zu seinem Zelt laufen, das man ganz kurz und knackig in etwa 45 Minuten erreichen würde? Nee, Platz gibt es schließlich auf dem Festivalgelände genug. Z.B. irgendwo hinter irgendeinem Festzelt. Geht schnell und man kann in nullkommanix befriedigt dem nächsten Act einen Besuch abstatten. Blöd nur, wenn dir währenddessen ein versoffener Festivalbesucher den Weg kreuzt und fragt, ob er auch mal darf. Da vergeht dann selbst dem Hartgesottensten der Spaß und die Befriedigung bleibt aus. Aber was sollt’s, es ist Festival. Morgen ist auch noch ein Tag und willige Menschen gibt es genug!

 

Titelfoto: Unsplash, Via: https://pixabay.com/de/konzert-menge-publikum-menschen-768722/. Is licensed under a Creative Commonce License CC0.

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