Rose_GedankenEs geht einmal mehr um dieses „Welcher Generation gehörst du eigentlich an?“. Das soll jetzt auch über die deutschen Grenzen hinaus wieder geklärt werden mit dem Projekt „Generation What?“. 149 Fragen: Die dazugehörigen Antworten werden in Echtzeit ausgewertet – europaweit. Das multimediale Projekt „Generation What?“ für die 18-34-Jährigen ist online. Der Blick auf die Dinge.

149 Fragen. Für die Erstellung des Portraits eines Menschen der „Generation What?“ werden die Antworten qualitativ, quantitativ und zu guter letzt komparativ ausgewertet. In Zusammenarbeit mit unter anderem dem ZDF, SWR und dem Sinus Institut wurde nun zur endlichen Findung der Frage wer denn diese 18 bis 34-Jährigen nun sind, das Projekt ins Leben gerufen.

Ich habe nicht alle 149 Fragen beantwortet. Aber ein paar von ihnen. Es geht um Europa und ob ich denke, dass mir eine erfolgreiche Zukunft bevorstehe. Bei Beantwortung verschiedener Fragen wurde sodann eingeblendet, was die anderen Generation Whatler gerade eingegeben hätten. Ergebnis für mich: Ich bin Mainstream. Boring. Immer klicke ich das an, was die anderen auch anklicken.

Vielleicht ist das ja schon die Antwort auf die Frage, die ganze Soziologen- und Medienverbände seit Jahren umtreibt. Vielleicht ist die jetzige Generation (immer von der Prämisse ausgehend, dass Millionen von Menschen unter einem Dach kategorisiert werden müssen; wir sind ein riesiger Markt, der Geld verspricht!) eher auf dem Mittelstreifen der Möglichkeiten vorzufinden.

Vielleicht ist aber dieses Projekt und diese Website auch der zwanghafte Versuch von deutlich älteren Menschen, mit einem deutlich höheren Bildungsniveau, als eben die Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, Antworten zu erhalten auf etwas, das möglicherweise gar nicht beantwortet werden kann. Interessanterweise ist nämlich eine Frage bei diesem Fragenkatalog, dessen visuelle Gestaltung sich anfühlt, als wäre man ein im IKEA Bällebad zurückgelassenes Kleinkind, ob man denke, dass es zu viel Individualität gäbe. – Nein, denke ich, klicke ich. Wieder wird mir bestätigt das 78% meiner Altersgenossen ebenso geantwortet haben. Man hat beinahe das Gefühl, die Fragen sind so gestellt, dass man ohne ärztlich diagnostizierte Debilität sowieso nur eine Antwortmöglichkeit hat.

Aber sehr schön, dann wäre das doch geklärt – um auf die oben vorangestellte Frage zurückzukommen: Nein, die aktuelle Generation ist nicht zu individuell, finden die jungen wilden Mainstreamer. Soll heißen, dass sie ruhig noch bunter und eigensinniger werden darf und dies bedeutet wiederum, dass man einer Generation voller bunter Menschen eben kein Etikett aufkleben kann. Ich frage mich, ob die Soziologen und Medienmenschen bei der Ausarbeitung dieser so innovativ jungen Umfragen ihre eigenen Fragen hinterfragt haben. Naja, auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich mich wie viele andere junge Europäer auch als Europäerin fühle! Super, da ist es vielleicht endlich, das vermeintlich verlorene Gefühl der Gemeinschaft einer Generation, deren Name so sehr gesucht wird wie das verlorene Bernsteinzimmer.

Ansonsten muss man leider feststellen, dass diese fast schon manische Suche nach einer Definition für „uns“, selbst mit wissenschaftlicher Auswertung, wieder einmal ein aussageloses Fazit finden muss. Wer Lust hat, dabei mitzuwirken, sei hiermit herzlich eingeladen: http://www.generation-what.de/

Hier noch für den lockeren Einstieg das Image-Video von „Generation What?“

 

Titelfoto: © Yulia Mayorova, Multiracial group of young hipster friends make selfie photo with smartphone camera in Phuket while traveling across Thailand on vacation. Funny outdoor activity of young students away from home. Via: http://www.shutterstock.com/de/pic-260752652/stock-photo-multiracial-group-of-young-hipster-friends-make-selfie-photo-with-smartphone-camera-in-phuket-while.html?src=fMyYtpHq9NnF078l7FVhgw-1-2.

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