Louise Vanderbilt* war auf dem Weg Unternehmensberaterin zu werden. Sie entschied sich dann anders und arbeitet mittlerweile als Lehrerin an einer Schule im Nord-Osten Londons. Ein Gespräch über einen Alltag mit Gewalt, Hoffnungslosigkeit und ja, doch: Hoffnung.

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Louise, wir kennen die Szenen aus der vierten Staffel der TV-Serie The Wire, die einen intensiven Blick in den Alltag eines Schulsystems werfen, in dem Kriminalität und Hoffnungslosigkeit bestimmend sind. Du arbeitest als Lehrerin an einer Schule im Nord-Osten Londons. Ist dein Alltag wir der von Prez Peluski?

Es gibt Probleme und Kämpfe mit Gangs – vor allem außerhalb der Schule, aber sie machen vor den Schultüren natürlich nicht Halt. Es gibt unzufriedene Kinder und solche, die es sich nicht leisten können regelmäßig zu essen. Und es gibt Familien, die sich nicht um ihren Nachwuchs kümmern. Also, die sozio-ökonomischen und demographischen Begebenheiten sind wohl ähnlichen denen, die wir aus The Wire kennen. Gleichwohl haben wir hier keine Ghettos, wie es sie in den USA gibt. Und wir haben eine stärkere Vermischung mit Kindern aus der Mittelschicht.

Gab es einem Moment am Anfang deiner Laufbahn als Lehrerin, in dem du dachtest „willkommen im Leben“?

Klar. Gleich am Anfang. Zu Beginn meines ersten Schuljahres stand ich vor der Klasse und bat um Ruhe und wurde bloß ignoriert während sich alle gegenseitig anschrieen, Stifte warfen und einfach alles taten, um die Stunde zu stören. Kondome flogen durch die Gegend und es wurde sich geprügelt.

Ist Gewalt ein Bestandteil deiner täglichen Arbeit?

Seitdem wir eine neue Schulleitung haben, hat sich die Lage dramatisch verbessert. Es gab immer viel Gewalt hier. Zwischen den Unterrichtsstunden reichte oft ein dummer Kommentar und es eskalierte. In den vergangenen fünf Jahren habe ich viele Schlägereien beenden müssen. Für gewöhnlich sah ich jeden Tag eine Schlägerei. Es war normal, dass sich die Schüler aus Wut mit Gegenständen bewarfen und es Verletzte gab. Ich selbst wurde über einen Tisch geworfen bei dem Versuch zwei streitende Mädchen zu trennen und hatte einige blaue Flecken im Anschluss. Und es gab Schüler, die wir vom Unterricht ausschließen mussten, weil sie Waffen bei sich trugen. Dennoch: Mit der neuen Schulleitung gibt es nun eine „Null Toleranz“ Strategie wodurch sich die Gewalt in der Tat signifikant reduziert hat.

Was war dein schönster Moment als Lehrerin bisher? Ein Moment, in dem du dachtest „am Ende macht das doch alles Sinn“?

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