Rose IdeeChristiane Hoffmann schreibt auf ihrem Blog Weniger ist mehr Leben über Abfallvermeidung und eigenes Konsumverhalten – einige ihrer Beiträge werden wir künftig auch hier veröffentlcihen. Dieses Mal fragt sie sich nicht nur was man einkaufen soll, sondern vor allem wo.

Seit geraumer Zeit versuche ich, nur noch notwendige Dinge zu kaufen, Überflüssiges und Unnützes zu vermeiden oder auch mal konsequent gar nichts zu kaufen. Dabei habe ich natürlich auch viel darüber nachgedacht, was ich kaufe. Je weniger man kauft, desto langlebiger sollte es sein. Am besten fair produziert und gehandelt und bio. Und natürlich soweit wie möglich ohne Plastik. Nicht immer gelingt das. Manchmal falle ich beim Blick auf die Preise um. Manchmal fehlt die Geduld und Zeit, eine wirklich gute Lösung zu suchen. Manchmal (wie z.B. bei Kleidung) ist es wirklich schwierig, klare Informationen zu bekommen. Die Frage, die ich aber bisher gerne ausgespart habe, ist die Frage nach dem wo: Wo kaufe ich ein?

Das Hauptproblem: Bequemlichkeit

Ich musste für mich feststellen, es ist oftmals gar keine bewusste Entscheidung, wo ich etwas kaufe, sondern ich wähle den einfachsten Weg. Mein Glück: Der allernächste Laden bei der Wohnung ist ein großartiger kleiner Bioladen, in dem man fast alles kriegt. Dazu haben wir noch einen guten Bäcker direkt ums Eck, der zu keiner großen Kette gehört. Insgesamt ist es eine Gegend mit vielen kleinen Läden und Geschäften. Und trotzdem gehe ich oft in die großen Kaufhäuser oder kaufe online – und dann (natürlich) bei Amazon. Obwohl ich die Berichte über die schlechten Arbeitsbedingungen dort kenne. Obwohl Freunde von mir im Verlag arbeiten und über die Konditionen von Amazon nächtelang schimpfen können. Es ist halt so einfach.

Warum in die Ferne schweifen…

…wenn das gute liegt so nah? Mein Aha-Erlebnis hatte ich, als ich vor kurzem ein Buch besorgen sollte. Das sei in der Buchhandlung hier ums Eck übrigens vorrätig, so die Mutter des Geburtstagskindes. Buchhandlung ums Eck? Ach ja, kenne ich. War ich nur noch nie. Na gut, mal ansehen. Und es war so schön! Ich habe seit Jahren keine Buchhandlung mehr besucht mit einer so schönen Atmosphäre. Dazu eine richtig gute Beratung statt hektischem “Äh ich muss mal gucken…”. Warum war ich hier eigentlich noch nie?

Mein Vorsatz

Ich bin davon überzeugt, dass es noch mehr Kleinode dieser Art gibt. Und ich möchte, dass das mehr werden. Ich möchte, dass die nicht aussterben, aufgeben müssen – während die Paketboten gar nicht mehr wissen, wie sie das alles in den 4. Stock hochtragen sollen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das weitgehend klappen muss. Vielleicht nicht immer, aber fast. Warum denn nicht?

Und Ihr? Macht Ihr Euch Gedanken darüber, wo Ihr einkauft? Kauft Ihr viel online? Oder gar nicht (mehr)?

PS: Das Öko-Institut hat zur Frage “Was ist ökologischer – online oder lokal shoppen?” ein paar Fakten gesammelt. Das ist wirklich lesenswert!

 

Titelfoto: © Farm Direct Hong Kong, Farm Direct Hydroponic Vegetable Retail Concept Store in Hong Kong. Via https://flic.kr/p/muv4VV is licensed under a Creative Commons license CC BY-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

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