Rose_LyrikEin Kommentar zu „Fluchtlinien“ von Susanne Keichel.

Ahmed K. kam Ende des Jahres 2014 aus dem Süden Marokkos nach Europa. Sein Weg führte ihn über Algerien und das Mittelmeer nach Italien, einige  wenige Wochen später dann nach Deutschland. Es hieß, dass es dort leichter sei als in Italien, eine Arbeit zu finden. Aufgegriffen von der Polizei in Deutschland wurde er in eine Erstaufnahmeeinrichtung nach Chemnitz in Sachsen gebracht, von dort ging es weiter in eine Sammelunterkunft in das ehemalige Hotel „Leonardo“ in Freital. An einem Abend Anfang Mai 2015 war Ahmed K. auf dem Nachhauseweg, als er von drei jungen Männern angesprochen und massiv beschimpft wurde. Was sie sagten, konnte er nicht verstehen, ihren Hass jedoch spüren. Die Männer schlugen mit Fäusten und einer Flasche auf ihn ein. Als er zu Boden ging, traten sie auf ihn ein.

Auf Grund seiner Verletzungen musste Ahmed K. eine Nacht und einen Tag im Krankenhaus verbringen und versorgt werden. Wenige Tage später erhielt er von der Ausländerbehörde die Aufforderung, freiwillig nach Italien auszureisen. Ahmed K. kam dieser Aufforderung umgehend nach. Der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt der RAA Sachsen e.V. sagte er, die rassistische Aggressivität in Freital sei beispiellos. Auch in Italien gebe es Rassismus und die wirtschaftlichen Chancen für ihn seien in Mailand weitaus schlechter. Er könne sich jedoch nicht vorstellen, jemals wieder nach Deutschland zu kommen.

Der Fall von Ahmed K. ist nur einer von mehr als 30 rechten Gewaltstraftaten im Jahr 2015 allein in Freital. Sichtbar bleiben mit Holzplanken vernagelte Fensterrahmen nach Sprengstoffanschlägen auf die Orte in denen sich diejenigen treffen, die den Geflüchteten in Freital Hilfe und Unterstützung zukommen lassen. Die Dunkelziffer von Beleidigungen, Pöbeleien und Angriffen, die niemanden außer den Beteiligten bekannt und die nie öffentlich wurden, dürfte allein in dem kleinen Ort noch um ein Vielfaches höher liegen. Hinter jeder dieser Geschichten stecken Einzelschicksale und Bilder von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um einen Ort zu finden, an dem sie sich vor Krieg, Diskriminierung und Armut ausruhen und sich im besten Falle ein neues Leben aufbauen können.

Pegida ist nicht zufällig in Dresden entstanden.

Freital und Heidenau sind zwei Orte vor den Toren Dresdens, dem Zentrum und der Geburtsstadt der völkischen Pegida-Bewegung. Beide Orte wurden zu Synonymen für eine Welle rassistischer Gewalttaten, die die Bundesrepublik seit dem Jahr 2014 bis zum heutigen Tag einerseits erschüttert und andererseits auf bedrückende Weise kalt lässt. Pegida ist dabei der Brandbeschleuniger, der Ort an dem wöchentlich das Selbstvertrauen der Rassist*innen bestärkt wird, wenn die Smartphones leuchtend zur deutschen Nationalhymne in den Nachthimmel gehalten werden. Pegida ist nicht zufällig in Dresden entstanden. Die Stadt ist seit 1990 das Zentrum unterschiedlicher neonazistischer und rassistischer Bewegungen. Bereits lange bevor Pegida gegen eine sogenannte Islamisierung demonstrierte, wurde am 1. Juli 2009 die junge Ägypterin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht von einem Islamfeind mit mehreren Messerstichen regelrecht hingerichtet. Statt sich mit ihrem eigenen Rassismus auseinanderzusetzen, verweisen die Dresdner*innen jeher lieber auf ihre barocke Altstadtarchitektur und ihre Vergangenheit als Kulturstadt.

Auch wenn Pegida eines Tages zu nicht mehr als einer Fußnote in den Geschichtsbüchern taugt, wird sich die deutsche Gesellschaft noch mit zahlreichen Langzeitwirkungen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen haben, die unter anderem dem kurzzeitigen Erfolg dieser völkischen Protestbewegung geschuldet sind. Pegida hat das Viertel der deutschen Gesellschaft sichtbar gemacht und mobilisiert, dass seit mehreren Jahrzehnten in unterschiedlichen Einstellungsuntersuchungen als rassistisch und autoritär beschrieben wird. Viele von ihnen haben sich erst hier zusammengefunden und begonnen, sich zu organisieren. Sie sind über Pegida politisch aktiv geworden. Von ihnen, ihren Parteien, Stiftungen, Vereinen, Initiativen und terroristischen Gruppen wird die deutsche Gesellschaft in den nächsten Jahren hören.

Die Fotografien von Susanne Keichel werden eines der Dokumente sein, in denen nicht nur die Stimmungen und Gefühle dieser Zeit eindrücklich zum Ausdruck kommen. Mit ihren Fotografien werden auch Ideen dieser Jahre ausgedrückt, Theorien vermittelt und Ereignisse in Form einer eigenen Sprache nacherzählt.

Versteckt hinter den Sandsteinen der Frauenkirche spielen sich unzählige Geschichten ab, die nicht bis auf die Titelseiten von Zeitungen gelangen.

Anders als Freital oder Heidenau schaffen es viele Orte nicht bis in die bundesweite Berichterstattung. Versteckt hinter den Sandsteinen der Frauenkirche spielen sich unzählige Geschichten ab, die nicht bis auf die Titelseiten von Zeitungen gelangen. So zum Beispiel eine Begebenheit aus Johanngeorgenstadt, einem kleinen Ort im Erzgebirge. Im Jahr 2011 wurde die Kleinstadt kurzzeitig für ein agiles NSU-Unterstützerumfeld bekannt, dass die örtlichen Neonazi-Strukturen über Jahre bereitstellten. Die Eröffnung der Unterkunft für Geflüchtete im Jahr 2016 verzögerte sich in Johanngeorgenstadt über mehrere Wochen. Der Grund dafür war die Tatsache, das die Handwerks-und Bauunternehmen der Umgebung die Vorrichtarbeiten an der geplanten Unterkunft verweigerten und sabotierten. Auch die Aussagen des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt Aue im Erzgebirge, Heinrich Kohl, schaffen es längst nicht mehr bis auf die Titelseiten. Nach einem Brandanschlag mit Molotov-Cocktails auf eine örtliche Asylunterkunft sagte er in einem Interview: „Auch Trittbrettfahrer aufgrund der medialen Berichterstattung nach einem sehr einseitigen Bericht eines Journalisten in einer großen deutschen Wochenzeitung wären denkbar.“ Wenige Tage vor dem Anschlag hatte der Journalist Raphael Thelen in der Wochenzeitung DIE ZEIT seine Eindrücke über einen tief verwurzelten Rassismus in dem Ort geäußert.

Die Fotografien von Susanne Keichel transportieren all diese Geschichten. Es sind genau jene Situationen aus dem Erzgebirge, die sich vor dem geistigen Auge abspielen, wenn auf einem Wandteller in Freital zu lesen ist, dass Treue, Stärke und Härte die „altdeutsche Art“ sind, die es zu beschützen gilt.

Ahmed K. kam als einer von über eine Millionen Menschen nach Deutschland, die in den Jahren 2014/15 auf der Suche nach einem besseren Leben waren. Hans Magnus Enzensberger beschreibt Migration als den Normalzustand. Sesshaftigkeit und homogene Staatenbildungen seien hingegen die Ausnahmen. Enzensbergers Essay „Die Große Wanderung“ hat die Arbeit von Susanne Keichel beeinflusst. Den rassistischen Pogromen zu Beginn der 1990er Jahre versuchte der Philosoph bereits vor den Höhepunkten von Rostock-Lichtenhagen ein Denken entgegen zu setzen, dass die Flucht der Menschen in der Aufnahmegesellschaft vor ihrer eigenen Verantwortung thematisiert und den verständnisvollen Umgang mit den Täter*innen anklagt. Wie Enzensberger mit seinem Essay, entwirft auch Keichel keine Idee für eine bessere Zukunft, sondern ermöglicht einen ungeschminkten Blick auf die bedrohlichen Realitäten der Gegenwart.

Ob Ahmed K. eine bessere Zukunft in Frieden und Freiheit gefunden hat, ist fraglich.

Ob Ahmed K. eine bessere Zukunft in Frieden und Freiheit gefunden hat, ist fraglich. Es wäre möglich gewesen. Die Aufnahmegesellschaft in dem Land, in welchem er Zuflucht suchte, hat ihm dieses verwehrt. Diese Abwehr drückt sich nicht nur in der Gewalt der Neonazis und Rassist*innen aus, sondern spiegelt sich in Abbildungen von einer Plane an einem Bauzaun neben einer Bundesstraße ebenso deutlich.

Und auch wenn die Erstaufnahmeeinrichtung in Heidenau – die sich hinter dieser Plane befindet – durch die rassistischen Gewaltorgien im Sommer 2015 eine herausragende Beachtung erfuhr, ist dieses Bild geradezu symptomatisch für die sogenannte „Willkommenskultur“, die Menschen wie Ahmed K. in der Bundesrepublik entgegen schlägt. Es ist davon auszugehen, dass sich in Freital nur eine verschwindende Minderheit für seine Fluchtgeschichte interessiert hätte. Wir wissen nicht, ob auf seinem Smartphone Bilder oder Routen seiner Flucht gespeichert waren, wie sie Susanne Keichel in „Fluchtlinien“ festgehalten hat. Die Chance es jemals zu erfahren, hat sich diese Gesellschaft selbst verbaut. Umso wichtiger ist dass, was festgehalten werden konnte.

 

Bilder der Serie findet man in „Ideologien der Ungleichheit“, Band 42, Heinrich-Böll-Stiftung. Susanne Keichels Bilder sind das Titelbild und die Fotografien zwischen den Kapiteln.

 

Titelfoto: © Guido van Nispen, L1006670-Edit. Via: https://flic.kr/p/EsBEJe is licensed under a Creative Commons license: CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/.

3 Kommentare

  1. Lusru Antworten 3. August 2016 at 21:05

    >Was meinst Du dazu?<
    Susanne Keichel, ich meine dazu, dass PEGIDA nicht URSACHE, sondern Ergebnis ist, wie jede andere soziale Massenerscheinung auch.
    Wer das gern anders sehen möchte, darf gern in der Geschichte (und auch in der Sachsens, Dresdens oder Freitals) zurückblicken und dabei den berühmten geschnitzten erzgebigschen Holzteller gern mit in die Türkei Erdogans oder in arabische Länder mitnehmen, um Vergleiche zu finden zum sogenannten "Völkischen" – aber Vorsicht: was hier gern als "völkisch" abgeschrunzt wird, könnte dort faustdicke Volkskultur sein – schon mal so rum gedacht, z.B. auf einer türkischen oder arabischen Hochzeit?
    Es gibt derzeit nichts in der Türkei oder in Europa und damit IN Deutschland, was "völkischer" ist, als der Erdoganismus, und das im nationalistischten Geiste, den man sich denken kann.
    Auch bdas kam nicht von ungefähr, es bahnte sich nach und nach so an und wurde samt den damit verbundenen Konflikten und Gegenaktivitäten anderer Menschen türkischer Herkunft direkt unter den Augen deutscher Politiker nach Deutschland und damit in die EU getragen – wie wir deutlich an der letzten Pro-Erdogan-Demo in Kölln sahen, ständig und auflaufend in immer kürzeren Fristen fast "online", oder in offiziellen Wahlkampfreden, die dem Erdogan in Deutschland erlaubt wurden vor Zigtausenden in Stadien)

    Im Zeitalter der modernen Medien muss mann nicht neben "Ausländern" (gemeint hier: Türken, Arabern oder anderen islamistisch – nicht: islamisch – lebenden Menschen) leben, um als erwachsener Mensch mit normaler Schulbildung bis 3 zählen zu können, wo solche Entwicklungen ungebremst hinlaufen, wenn, wie in D geschehen, ständig Beweise verpfuschter oder abgelehnter Integration samt der ungezählten Beispiele von Parallelgesekllschaften und daraus resultierenden permanenten Verstössen gegen unsere Gesetze durch die Medien verbreitet werden, die sich am lautesten darüber beklagen, dass das so Gezeigte (!) in der Folge tatsächlich abgelehnt wird als gesellschaftsstörend.
    Von einem Menschen, der Kinderpornografie strikt ablehnt, kommt niemand auf die Idee, zu verlangen, dass er das nur dürfe, wenn er unter ausreichend vielen Päderasten lebt, wer jedoch den politischen Islamismus in all seinen Erscheinungsformen strikt ablehnt, wird als "unsinnig" ermahnt, er sei undifferent, weil ja neben ihm fast keine solchen Islamisten leben – also wie naivtrottelig ist den ndieses Argument?
    Ja, auch das bemerkt man in Dresden und Freital, die Menschen essen dort nämlich auch bei den "einfachen Gemütern" mit Löffel, Gabel, TV und Smartfone.
    Was machen die(se) Medien nun? Eine neue Sau muss her: Die "besorgten Wutbürger haben nur Rechtsextremisten zu sein". Die Grosse Merkelei legt persönlich noch eins drauf und bezeichnet in Amtsmissbrauch (Kanzlerin aller Deutschen) diese bis dahin sich als "Spaziergänger" verstehenden mit der Politik (nicht mit Fremden!) Unzufriedenen als "Menschen mit Kalten Herzen", die zu meiden seien. Ich bitte Sie, ob spätestens damit nicht bereits geklärt war, dass hier keine Politik mit und für (auch Andersdenkende) Menschen gemacht werden soll, sondern Ausgrenzung erwünscht ist, von "oben" – weil politisch störend?
    Das war die beste neue Sau fürs Dorf der Leidmedien, begünstgt durch seltsame kriminell begabte Leidfiguren dieser Spaziergänger wurde nun gesamtnational ein neuer Schuldiger für das Ausscheren diverser Mitmenschen in D kreirt: Der "Fremdenfeindliche Wutbürger" musste her, der sich bis dato (!) nicht fürs Fremde sondern für unfähige Politik, erst in Sachsen, dann im Bund, also für politisches Versagen interessierte.
    Allen, aber wirklich allen dümmlichen, dämlichen, schläfrigen wie hinter… Akteuren war dabei von vornherein klar: Druck erzeugt Gegendruck, und wie der sich windet und wandelt, wenn er nirgendwo vernünftig(!) Gehör findet, ist ebenfalls bekannt:
    er radikalisiert sich unaufhaltsam, ob da nun diese Figur B. oder ähnliche sich das zu nutze machen und damit auch echte Rechtsradikale anziehen, oder nicht.
    So hat sich der politische gegenwärtige mainstream höchstpersönlich selber einen "rechten" Sündenbock geschaffen, auf den man zeigen konnte, der durch Diskussionen über ihn gut von Finanz- und anderen grossen Krisen ablenken liess.
    Ob diese "Antipegiden" ernsthaft annahmen, man kann auf diese Weise so viele Menschen los werden, die mit dem laufenden Politikgeschäft nicht einverstanden sind?
    Das ist es, was ich als dumm, dämmlich und einfältig eifernd und äusserst unwirksam, ja sogar verschärfend bezeichne.
    Und dass in Sachsen die Menschen etwas weniger träge reagieren, als im Süden oder Norden Deutschlands, liegt nicht daran, dass sie "kaum Ausländer unter sich" leben haben, sondern bereits gerade erst eine gewaltige Lebensumstellung hinter sich gebracht hatten – was von keinem Süd-, Nord- oder Westdeutschen die Rede sein kann, zumal diese Umstellung auch noch in dieser Gegend (Plauen, Dresden, später auch Leipzig) seinen Anfang nahm und alles, aber auch alles an persönlichen Lebensumständen umkrempelte und das Meisste davon völlig verschwand.
    Ist es nicht verstehbar, dass solche Menschen ängstlicher sind, sein müssen, als die, die einen selber 40 Jahre lang die Reparationen für ganz Deutschland an die von GROSS-Deutschland überfallene Sowjetunion haben zahlen lassen und nun meinen, sie könnten weiter verfügen nach Gutsherrenart und aussperren als "Menschen mit kalten Herzen", nur weil sie etwas eher und fixer als andere sehen, wo die Politik gerade schräg läuft und inzwischen auch wissen, wie man das friedlich (spazierengehend!) sagen muss, wenn der mainstream nur Schmutzkübel dafür übrig hat?
    Hmm, vertrollt und vermasselt, verhärtet, viele der Spaziergänger auf diese Weise erst recht in fragwürdige Allianzen gebracht, besser:
    Die Gesellschaft bewusst gespalten –
    das bringt erst diese echte Fremdenfeinfdlichkeit in die Gesellschaft, und nicht etwa "sächsische deutsche Gene", wie das auch hier so im Hintergrund fast biologistisch verbrämt anklingt.
    Wer mehr dazu erfahren will, orientiere sich am inzwischen dafür einschlägig führenden Wissenschaftler Prof. Dr. Patzelt aus Dresden, wie aus protestierenden Bürgern allmählich immer mehr sich radikalisierende Wutbürger erzeugt werden, was da vor den Augen aller Welt, entsprechend unsteuerbar überschwappte auf das ganze Land obwohl politisch völlig überflüssig weil unnötig gewesen wäre.

    Das ist die Welt, in die Ahmed K. in Deutschland, in Freital, hinein geriet.
    Ich hätte ihm anderes gegönnt, dass er ein Land kennenlernt, in dem nicht sogar von Amtes wegen eigene (!) unzufriedene Bürger als "Schande für Deutschland" und "Menschen mit Kalten Herzen" massiv diskriminiert werden und dazu mit dem gesamten Arsenal der Propaganda als "Fremdenfeindlich" gestempelt werden, obwohld sie "politikfeindlich" und "antiislamISTISCH" (wie übrigens inzwischen alles, was in D Rang und Name hat) und nicht "antiislamisch" "spazieren gingen".

    Nun wird es wohl sehr lange dauern, bis diese institutionalisiert betriebene Gesellschaftsspaltung durch solche vergammelte Innenpolitik wieder ein Normalmass an Ausgewogenheit erreicht hat und wir mit gutem Gewissen Ahmed K. mitteilen können:
    Das, was du leider in D, in Freital, erlitten hast, war nur ein miserables Momentbild von dem zerrissenem Deutschland und dem Sachsen, dass zu dieser Zeit die deutsche Politik in der Lage war, anzubieten – die Spaltung der Gesellschaft in die politische und mediale Macht und solche, die das für verwerflich halten, auf diese Weise eigene politische Sichten allen Menschen aufzudrücken.
    So geht nun mal Demokratie nicht, sie verlangt statt Ausgrenzung praktische Teilhabe zu Bindung auch der Radikalen aller (!) Art, statt dessen sucht sich die Kanzlerin in hoher politischer Not ihre eigenen "rechten Radikalen" – allerdings im Ausland (da geht das wohl besser) und sogar als "Partner": den sich faschistoid gebärdenden Erdogan wie die Neofaschistischen Milizen der Oligarchen in der Ukraine, die das Judenvernichten nun in der Schule frei nach Bandera lehren.
    Ob das denn nun die Pegiden, diese "Rechte Sippschaft" nicht endlich mal begrüssen könnten?

    Ein Klima solcher unfassbarer Widersprüche reizt einfache Gemüter (aller Art) zum Radikalismus, auch zu menschenfeindlichem, gegen welche "Bekannten" oder "Fremden" auch immer. In D wurde Bekantenfeindlichkeit gezüchtet um Fremdenfeindlichkeit zu einem Buhmann bashen zu können, obwohl diese bis dahin nicht – wie Eiferer das so gern behaupten – im Vordergrund stand.
    Da tönt die Flötistin unserer grossen Merkelei "Wir unternehmen alles, um die Füchtlingsursachen zu bekämpfen" – aber NICHT EIN EINZIGES WORT gegen die gewgenwärtig primären VERURSACHER, die sogenannte "Allianz der Willigen" der USA beim Überfall auf Afghanistan und den IRAK, mit dem die jetzigen massiven politischen Flüchtlingsursachen begründet wurden, im Gegenteil: Küsschen, Küsschen, …

    Und das soll man ausgerechnet im inzwischen bestens vernetztem "medialen Thal der Ahnungslosen" in Dresden und Freital nicht bemerken, und wers bemerkt, ist fremdenfeindlich und USA-feindlich?

    Es ist wohl mit einer neuen Regierung (auch in Sachsen) einiges zurecht zu rücken, wenn nicht das ganze Land, um beruhigt und abgesichert Gäste, Asylanten und Einwanderer gleichermassen empfangen und freundlich zu frieden stellen zu können, ohne dass erneut "einfache Gemüter" (manche meinen damit bildungsferne Schichten – Sie irren sich, und das gewaltig) nicht spazieren gehen, sondern andere Menschen verprügeln und heimlich hinterhältig aus Konfliktbeschleunigern dieser Regierung Brandbeschleuniger werden zu lassen.

    Wie gern hätte auch ich Ahmed K. dieses Erlebnis der Malträtierung durch Menschen in Freital erspart, ohne ihm solche Hintergründe an zu bieten.
    Solange jedoch die offizielle Ansicht dominiert, man könne z.B. den Menschen in Freital oder anderswo die Abneigung gegen islamistische Lebensweise verordnen, die Abneigung gegen kriminalisierende Parallelgesellschaften wie bekannt und vorhanden per Dekret "ausreden" oder, falls das nicht gelingt, man meint, solche Andersdenkenden gesellschaftlich aus grenzen oder gar anderweitig aus der Gesellschaft "entfernen" zu dürfen, solange wird wohl solch eine Gesellschaftspaltung unser Dasein mit bestimmen.
    Es sei denn, da hat jemand eine echte praktizierbare Idee, was denn mit den zu selektierenden "Rechten" anzustellen ist, damit sie aus unserer Welt verschwinden ….
    … ohne damit seine eigene Menschenwürde zu verraten.

  2. Lusru Antworten 4. August 2016 at 10:32

    Sorry, der Vollständigkeit und Korrektheit halber:
    bei
    „von Susanne Keichel“
    und
    „von Michael Nattke“
    sollte wohl hier formal mehr der die Susanne kommentierende Michael Nattke angesprochen, jedoch die Susanne Keichel gleichermassen gemeint sein, worum ich bitte.

  3. Lusru Antworten 4. August 2016 at 11:27

    Nach dieser Korrektur nun zum besseren Verständnis des Kommentars des Ex-Nazis, der nun sich als Humanresourcesmanager, als:

    „Fachreferent beim Kulturbüro Sachsen, einem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, rechtsextremistische Strukturen durch eine aktive demokratische Zivilgesellschaft zu bekämpfen.“ betätigt, was sehr lobenswert und zu schätzen ist, lesen wir über ihn:

    „Michael Nattke beschäftigt sich wissenschaftlich und in verschiedenen Initiativen seit 2002 mit Neonazismus und Rassismus. Seit 2009 arbeitet er als Fachreferent im Kulturbüro Sachsen e.V., dem Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Sachsen.“

    Was wohl auf einen inzwischen ausgewiesenen Fachmann für „Rechtes“ und „Rechtsextremismus“ samt „sphärischer Umfelder“ hinweist.
    Unklar bleibt, ob er ausser in diesem Verein auch noch in anderen passenden mitwirkt, die sich eher weniger „wissenschaftlich“ damit befassen.
    An diesen Experten, für den der Begriff endlich mal als rechtens selbst erworben und schwer erarbeitet anzusehen ist, muss ich unbedingt meine Frage, bezogen auf seinen Kommentar und seine „Bekämpfung“ stellen:
    Wie „bekämpft“ man Rechtsextremisten, also MENSCHEN, BÜRGER, MITBÜRGER, solche anderer MEINUNG, erfolgreich, ohne dabei seine eigene here Menschenwürde nicht preis zu geben?
    Ich weiss es nicht, gegebenenfalls auch andere nicht, halte es aber für sehr wichtig, den Weg zu erfahren.
    Das einzige was ich dazu mit Sicherheit weiss – und was Michael Nattke als „ehemaliger“ sicher gut nachvollziehen kann – ist:
    Wenn der Rechtsextremismus gegriffen hat, ist es zu spät für jede Pädagogik. Und sage mir niemand, der Rechtsextremismus hat zugegriffren, weil der Rechtsextremismus zugegriffen hat – rsp. DIESER SCHULD daran trägt, oder das Wasser nass ist weil das Wasser nass ist …
    Da gibt es etwas, was (wohl lange) vor dem Rechtsextremismus liegt und die Tür öffnete …, was es zu wissen , zu kennen und zu (be)achten gilt, will man das erforschen …
    Eventuell kann Michael Nattes eine Handreichung geben, WARUM wir Rechtsextremismus in immerhin nicht dominierender aber beachtenswerter Grössenordnung gerade bei jungen Menschen finden, er sich dort vernistet?
    Wobei eines ebenfalls feststehen dürfte: Rechtsextremismus ist nicht da, weil Rechtsextremisten ihn brachten (s.o. Zirkelschluss), da war / ist noch etwas, was auch und immer mit dem Umfeld auch davor zu tun hat – evtl. keine / verweigerte TEILHABE ….?

    Nebenher:
    Ich „bekämpfe“ keine Menschen, krude oder schädliche unbeweisbare Ideen allerdings sehr wohl.
    Und die beruhen alle auf: INFORMATION.
    Und INFORMATION heisst UNTERSCHIED –
    also sind auch nicht die Unterschiede zu „bekämpfen“, ihre Verortungen und Kontextierungen schon eher, oder wie?
    Ich hasse auch: Schläger aller Art.

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top