Rose KommentarDer Montagskommentar heute zum Thema Le Pen: Europa schaut mal wieder erschrocken nach Frankreich. Dabei war eine politische Entwicklung selten so vorhersehbar, wie der Erfolg des Front National bei den gestrigen Regionalwahlen in Frankreich. Es sind wenige Meilensteine, die dafür nötig waren. Ein Stück in fünf Akten.

Erster Akt

In dem die große Nation zulässt, dass an den Rändern ihrer Großstädte Parallelgesellschaften entstehen, in denen zigtausende Jugendliche mit Migrationshintergrund ohne Perspektive auf Aufstieg leben. Aus Perspektivlosigkeit wird Frust.

Zweiter Akt

In dem ein angehender Staatspräsident behauptet, man könnte mit dem Hochdruckreiniger durch Frankreichs Problemviertel kärchern. Und damit einer ganzen Generation zeigt, was Teile des Landes von ihr halten. Der Frust wächst.

Dritter Akt

In dem die perspektivlose Jugend die Vorstädte der Nation in Brand setzt. Politische Antworten bleiben dennoch aus. Literatur und Filme erzählen das Thema in allen Facetten. Die Perspektivlosigkeit manifestiert sich und im Land  gärt weiter ein rechter Nationalismus.

Vierter Akt

In dem einzelne schwarze Schafe der perspektivlosen Jugend die Steine gegen Kalaschnikows eintauschen und ihren Frust im Gewand von Glaubenskriegern durch die Straßen von Paris schießen.

Fünfter Akt

In dem große Teile einer verängstigten Nation ihr Heil endgültig in der politischen Zuflucht bei Marine Le Pen suchen. Der Frau, die erntet, was ein Land an Unsicherheit als Folge von politischem und gesellschaftlichen Versagen aufgestaut hat.

Deutschland sollte dieses Lehrstück in fünf Akten wachsam beobachten, damit wir nicht die gleichen Fehler machen. Denn wir stehen am Vorabend der größten Integrationsaufgabe unserer Geschichte.

 

Marine Le Pen, Foto: CC BY-SA 2.0 by Global Panorama; flic.kr/p/mYrZqQ

Marine Le Pen, Foto: CC BY-SA 2.0 by Global Panorama; flic.kr/p/mYrZqQ

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