Rose Glück

„Ich sehe den Saal, die Reaktion ist positiv, ich höre keine Einwände“ – Laurent Fabius.

Ist es ein Satz, an den wir uns in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren wieder erinnern müssen, wenn das heute von allen 195 Staaten beschlossene Klimaabkommen sich aufzulösen droht? Ich hoffe nicht. Ich befürchte schon.

Keine Frage: Der 12. Dezember 2015 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Er sortiert die Welt neu und ebnet den Weg in eine regenerative und nachhaltige(re) Zeit. Die fossilen Energien müssen nach und nach aus unserem Leben verschwinden. Ob wir das wollen oder nicht.

Die aber, die es treffen wird, werden sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. So, wie sie es schon in der nahen Vergangenheit gemacht haben. Auf Deutschland bezogen wird es die großen und etablierten Firmen hart treffen – RWE, Eon, EnBw, Vattenfall. Die großen Energiekonzerne straucheln. Fehlentscheidungen, die um die Jahrtausendwende getroffen wurden, können in den lahmen und bürokratischen Strukturen der großen Unternehmen nicht von heute auf morgen revidiert werden. Milliarden wurden in den Sand gesetzt. Genau diese Milliarden fehlen nun, um in eine regenerative, dezentrale und flexible Energiewirtschaft zu investieren. Das Rückgrat der Dinosaurier ist gebrochen – spätestens seit dem Beschluss zum  Atomausstieg im Jahr 2011.

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Eine Umweltaktivistin am Rande der Klimakonferenz in Paris. Foto: Mark Dixon;https://www.flickr.com/photos/9602574@N02/ (CC BY 2.0)

Doch nicht nur die großen vier Energiekonzerne straucheln. Die Autoindustrie muss sich was einfallen lassen. Der momentane SUV-Boom lässt keine nachhaltige Strategie erahnen. Und auch auf internationaler Ebene wird es zur aktuellen Stunde das ein oder andere aufgeregte Telefonat geben. ExxonMobil, BP, Shell – die Gewinner des letzten Jahrhunderts – müssen zeigen, ob sie bereit sind, sich vom Geschäft mit dem Öl zu lösen.

Das internationale Abkommen ist bei weitem nicht perfekt. Kompromisse und Schlupflöcher werden knallhart ausgenutzt werden. Aber Kohle und Öl müssen unter der Erde bleiben. Die 1,5 Grad müssen hochgehalten werden. Immer und immer wieder! Es wird schmerzlich – für alle! Bürger, Politik, Unternehmen – für alle wird es eine Überwindung. Aber es ist notwendig!

 

Titelfoto: Mark Dixon; https://www.flickr.com/photos/9602574@N02/ (CC BY 2.0)

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