Rose the WyeWenige Orte stehen so stellvertretend für das Berlin dieser Tage wie THE WYE. Auf 2.000 Quadratmetern arbeiten in der Skalitzer Straße in Berlin Kreuzberg Kreative aus den Bereichen Kunst und Technik an Innovationen. Unsere Reihe „Inside THE WYE“ stellt einige von ihnen vor. Schnappschüsse von einem Ort voller Ideen, Leidenschaft und Energie.

Heute: Christian Bogatu, Mitgründer von KIWI.KI

Unser Leben ist voller Schlüsselfragen. Wo will ich hin? Wer bin ich? Was esse ich heute Abend? Was soll das alles? Manchmal steht man beladen mit diesen Fragen und vier Einkaufstüten nebst Fahrrad oder Kleinkind vor der Haustür. Und dann kommen die Mutter und der Vater aller Schlüsselfragen: WO IST DER VERDAMMTE HAUSTÜRSCHLÜSSEL UND WARUM HABE ICH KEINE WEITERE HAND FREI? In der Regel ist der Schlüssel ganz unten im zärtlichen Tete á Tete mit dem Kohlrabi, wenn sich nicht gleich der Schlüsselring mit der Karotte verheiratet hat oder noch besser der Schlüssel den Deckel vom Jogurt durchstossen hat. Mein Freund T. spricht in diesem Zusammenhang immer von der „Bösartigkeit der Dinge“.

#SesamÖffneDich

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Dieser alltäglichen Bösartigkeit, die einen in den Wahnsinn treiben kann, hat Christian Bogatu mit seinem Start-Up KIWI.KI nun eine wunderbare Problemlösung entgegengesetzt. Ein kleines „Sesam öffne dich“ namens KIWI. KIWI ist ein System, das den Haustürschlüssel überflüssig macht. Wer KIWI nutzt, der trägt einen kleinen aber schicken Transponder („Ki“) bei sich. In der Klingelanlage des Hauses ist ein Sensor installiert, der erkennt, ob der „Ki“ berechtigt ist. Die Tür öffnet sich automatisch. Ein Traum, oder?

 

Christian Bogatu. Foto: KIWI.KI

Christian Bogatu. Foto: KIWI.KI

Komfortabel ist das – zweifellos. Aber ist das auch sicher?

Das fragen ein Drittel aller Nutzer von KIWI. Christian Bogatus Antwort ist einfach und überzeugend. Er bittet sein Gegenüber ihm den Haustürschlüssel zu zeigen. Dann ein kurzes Foto mit dem Smartphone. Und jetzt fehlt nur noch ein 3-D-Drucker, der auf Basis des Fotos den Haustürschlüssel reproduziert. Klingt schlimm. Ist es auch. KIWI ist da deutlich sicherer. Schon in der Entwicklungsphase haben weltweit anerkannte Kryptologie-Experten und White-Hat-Hacker das Produkt getestet und für sehr gut befunden. Die Zusammenarbeit mit der Allianz-Versicherung ist ein weiterer Beleg dafür, dass KIWI in Sachen Sicherheit ganz weit vorne ist. Und auch beim Datenschutz gibt es keine Kompromisse: Es werden keine Daten erfasst, die zeigen wer wann und wo eine Tür geöffnet hat.

Kiwi sensorki

Illustration: KIWI.KI

Kein Wunder also, dass allein im Juli diesen Jahres bereits 70.000 mal eine Tür mit KIWI geöffnet wurde. Und es sind bei weitem nicht nur die Jungen und Technikaffinen, die zu den Kunden gehören. Ein große Kundengruppe sind Senioren. Sie profitieren vor allem auch davon, dass man mit KIWI und der dazugehörigen Smartphone App aus der Wohnung heraus den elektronischen Türöffner bedienen kann. Sozusagen vom Sofa aus. Und es gibt eine weitere wichtige Kundengruppe: Müllentsorgungsunternehmen und die Post. Die Zeiten in denen die Müllabfuhr und der Postbote mit einem Schlüsselbund so groß wie der eines Gefängniswärters bestückt sind, könnten bald vorbei sein.

Hinter KIWI stehen neben Christian Bogatu die zwei Mitgründer Claudia Nagel und Peter Dietrich. Mit an Bord ist auch der Software- und Hardwareentwickler Jeff Katz über den der Kontakt zu THE WYE zustande kam. Aus diesem Kontakt heraus entstand die Idee im vergangenen Jahr die Konferenz Hardware.co/Berlin in THE WYE stattfinden zu lassen. Eine Zusammenarbeit, die der Beginn eines langfristigen Austauschs wurde.

Wie es sich für ein Start-Up gehört ist KIWI auf Wachstumskurs – ausgehend von Berlin aber mit dem festen und zuversichtlichen Blick auf einen internationalen Markt, der nur darauf wartet, dass wenigstens zwei Schlüsselfragen des Lebens beantwortet werden. Von einer Kiwi, ähm, einem KIWI.

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