RoseIm Juni erscheint unser drittes Print-Magazin. Titelthema: „Let’s talk about sex!“ Bei dem Versuch für dieses Heft Anzeigenkunden zu gewinnen, stoßen wir auf eine nicht geahnte Bigotterie. Sex sells? Not really so far… also versuchen wir es über diesen Weg.

 

 

Banane zensiert, Illustration: Bertram Sturm

Es ist höchste Zeit, dass sich endlich wieder ein junges Gesellschafts-Magazin in Deutschland der normalsten und schönsten Sache der Welt widmet. Finden wir. Deshalb entsteht in diesen Tagen unsere dritte Print-Ausgabe rund um das Thema Sex. Da uns mittlerweile fast alle Texte, Illustrationen und Fotos für diese Ausgabe vorliegen, trauen wir uns ganz unbescheiden zu sagen: Es wird unsere bisher beste, interessanteste Ausgabe und es ist höchste Zeit für so ein Heft in diesem Land. Ein breiter zeitgemäßer Blick auf Themen wie Sexismus, moderne Beziehungen, Chemsex, Tinder, Sex-Education. Und ja: Auch Texte über Pornos. Auch Bilder von Brüsten und nackter Haut. Wieso? Because it’s 2016, um es mit Justin Trudeau zu sagen. Und weil es in Deutschland lange kein Gesellschafts-Magazin gab, das sich dem Thema aus dieser Perspektive widmete.

So weit, so großartig.

Aber!

Was wir nicht für möglich gehalten haben: Es stellt sich als unglaublich schwierig heraus Marken dafür zu begeistern, in eben dieser Ausgabe Anzeigen oder Advertorials zu schalten oder anderweitige Kooperationen einzugehen. Tenor: Tolle Idee, tolles Heft, aber mit Sex wollen wir nicht in Verbindung gebracht werden.

Bitte?!

Das halbe Land liest „50 Shades of Grey“, der Spiegel druckt nackte Haut aufs Cover, jedes zweite Unternehmen will irgendwie sexy sein, die Jugend vergnügt sich auf Tinder und Sex-Toy Online-Versandhäuser fluten das Land mit Großflächenwerbung und dann heißt es „Sex – bitte nicht mit uns!“? WTF!

Wir sind da doppelt entsetzt.

Zum einen unternehmerisch. Weil ein unabhängiges Magazin auch finanziert werden muss. Weil wir Anzeigen und Kooperationen zum Überleben brauchen. Das ist unser Geschäftsmodell und die aktuelle Situation bringt uns für die kommende Ausgabe an den Rand des Möglichen.

Zum anderen aus redaktioneller Sicht. Wir finden dieses Maß an Bigotterie ätzend. Unaufrichtig. Nicht zeitgemäß. Bisweilen verlogen.

Die Mitglieder des ROSEGARDEN Teams haben in ihrem bisherigen Leben viel mit Markenprozessen von Unternehmen und Organisationen zu tun gehabt. Und uns ist klar, dass nicht jedes Thema zu jeder Marke passt. Fair enough. Aber das hier? Das ist tiefstes Nachkriegsdeutschland. Wir dachten, unsere Gesellschaft ist weiter.

Warum wir unser Unverständnis jetzt so laut in die Welt posaunen?

Ganz einfach: Weil wir der festen Überzeugung sind, dass es in Deutschland Unternehmen gibt, die sexy genug sind, sich zu trauen in unserem Heft aufzutauchen. Die erkennen, dass eine nationale Leserschaft irgendwo an der Grenze von Generation X und Generation Y eine Zielgruppe ist, die Themen und Trends setzt und weiterentwickelt. Die Meinung macht und die natürlich auch konsumiert. Und zwar sehr bewusst, kritisch und dennoch mit Freude. Und ja, auch eine Zielgruppe, die Sex hat. Whoohoo!

Jetzt geht es um dich!

Wer das jetzt hier gelesen hat und sich denkt: „Meine Marke passt hier rein“ oder „Ich hab doch da diesen Bekannten, der bei XY arbeitet, die sind doch ein sexy Unternehmen…“, der möge diesen Beitrag teilen. Oder sich bitte hier gleich bei uns melden!

Warum?

Weil es uns im besten Fall dabei hilft, unsere kommende Ausgabe mit etwas weniger Bauchschmerzen zu finanzieren. Völlig egoistisch, schon klar. Aber weil es vor allem den Blick auf ein Thema richtet, über das wir mal reden müssen. Und das uns wirklich alle angeht.

In diesem Sinne: Sexy Grüße von den Macherinnen und Machern von ROSEGARDEN. Und egal was passiert: Mitte Juni heißt es „Let’s talk about sex!“ und wir versprechen dir schon jetzt ein großes Lesevergnügen.

Wenn du das Heft in keinem Fall verpassen willst:  Hier geht’s zur Vorbestellung!

4 Kommentare

  1. Casey Rybak Antworten 14. April 2016 at 7:59

    Auch eine Art zu betteln wenn man es selber nicht auf die Reihe bekommt. Arbeitet 10 Jahre bei der Muellabfuhr, spart das Geld und investiert dann. Das ist was Unternehmer normalerweise tun. Betteln gehen ist , egal wie bemäntelt , so arm das ich wirklich hoffe Ihr geht pleite…

    • Maren Heltsche Antworten 14. April 2016 at 17:21

      Hey Casey,
      du weißt ja wie das ist mit den Klugscheißern… Wir diskutieren gerne sachlich und kritisch, aber nicht so.
      Viele Grüße, das Rosegarden-Team.

  2. J Antworten 14. April 2016 at 20:55

    U got mail 😉

  3. Pingback: Zettelkasten 14.04.2016; Tja, Dieter Zetsche, Pretty Hot Lingerie ist nicht mehr | MotorBlöckchen

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