Rose IdeeImmer mehr Unternehmen in Schweden machen positive Erfahrungen mit einer täglichen Regelarbeitszeit von sechs Stunden – bei gleichem Gehalt. Die Vorteile sind vielfältig. Via Good Impact.

Weniger Stress, bessere Gesundheit, weniger Krankentage, mehr Arbeitszufriedenheit, längere Mitarbeiterbindung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mehr Qualität im Service: Das sind noch nicht einmal alle Vorteile, die Unternehmen und ihre Mitarbeiter offenbar haben, wenn sie die regelmäßige tägliche Arbeitszeit von acht auf sechs Stunden reduzieren – bei gleichem Gehalt.

Das Service-Center von Toyota in Göteborg hatte die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter schon vor 13 Jahren auf sechs Stunden am Tag verringert und noch heute seien alle Beteiligten zufrieden damit, berichtet der Guardian. Mitarbeiterbindung und Effizienz hätten sich verbessert; die Gewinne seien um 25 Prozent gestiegen. Nun scheinen immer mehr Unternehmen in Schweden das Modell für sich zu entdecken, experimentieren damit und bereuen es nicht.

Zeit für Experimente

Im Februar hatte das Svartedalens-Pflegeheim im Göteborg auf einen Sechs-Stunden-Tag umgestellt. Neben der Gesundheit der Krankenpfleger und den krankheitsbedingten Fehlzeiten werde bei dem Versuch erstmals auch die Servicequalität untersucht, so Bengt Lorentzon, einer der Berater, zum Guardian. Andere schwedische Unternehmen wie das Internet-Startup Brath und der Software-Entwickler Filimundus haben das neue Modell ebenfalls eingeführt und äußersten sich zufrieden.

Auch eine Studie mit 600 000 Teilnehmern kam kürzlich zu dem Schluss, dass eine kürzere Arbeitszeit klare Vorteile für die Gesundheit hat. Wer etwa mehr als 55 Stunden pro Woche arbeite, habe ein 33 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als wer 35 bis 40 Stunden arbeite, berichtete das Magazin Sciencealert.

Auch wenn insgesamt unter Umständen mehr Mitarbeiter eingestellt werden müssen und die Kosten damit zunächst steigen, scheinen die Vorteile insgesamt klar zu überwiegen. Selbst liberale schwedische Medien seien von der Produktivität des Modell angetan. Damit fragt sich nur noch, wann die deutschen Unternehmen mit der Umstellung beginnen.

 

Titelfoto: Alejandro Pinto, Tecleando Números en la MacBook Air. Via: https://flic.kr/p/hfZum8.

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top