Mady Morrison ist Yoga-Lehrerin. Und zwar nicht zuletzt auf Youtube, wo sich Tausende ihre Videos ansehen. Wir haben mal bei ihr nachgefragt, warum Yoga und gesunde Ernährung gerade so ein Mega-Trend sind.

Mady, der Zeitgeist ist ein ziemlich sprunghafter Typ. Jetzt bestimmt er, dass zu einem angesagten Lifestyle auch Yoga und vegane Ernährung gehören. Warum ist das gerade so ein Trend?
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Auch auf einem Bein im Gleichgewicht: Mady Morrison. Foto: Sven Grigorow

Puh, also wenn ich das so genau wüsste… dann sollte ich mir vielleicht mal über meine Berufswahl Gedanken machen und umswitchen zur Trend-Expertin ; ) Irgendwie nahm dieser Trend einen weiten Weg auf sich und schwappte allmählich von den USA zu uns rüber. Zumindest lese und höre ich auf amerikanischen Blogs und Social Media Accounts schon wesentlich länger vom „Healthy und Detox Trend“. Wie dem auch sei… eine gesunde (ob nun vegan oder nicht), ausgewogene Ernährung und Bewegung wie zum Beispiel durch Yoga, sind generell eine gute Entscheidung! Und jetzt wo es plötzlich „Trend“ ist, machen sich Leute vielleicht auch mal ein paar mehr Gedanken über ihren Lebensstil. Also Trend hin oder her: Das Ergebnis ist hoffentlich eine gesündere Gesellschaft.

Wie bist du eigentlich zum Yoga gekommen?

Ich hatte mit 13 den ersten Kontakt zum Yoga. Meine Sportlehrerin war so begeistert davon und auch meine Oma schwärmte immer wieder so sehr, dass ich unbedingt wissen wollte, wovon sie reden. Dort begann also meine Yogareise. Ich probierte verschiedene Yogastile, mal mehr, mal weniger, mal gar nicht. Vor etwa vier Jahren landete ich beim Vinyasa Yoga. Eine dynamische Yogaform, die Atem und Bewegung verbindet und physisch sehr fordernd sein kann. Diesen Stil unterrichte ich übrigens auch hauptsächlich.

Und wurdest du dann automatisch auch Veganerin?

Ich bin gar keine Veganerin 😉

Ups…

… ich strebe zwar nach einer möglichst pflanzlichen Ernährung, allerdings ohne Restriktionen. Wenn ich also starkes Verlangen nach einem Stück Käse oder einem Ei habe, dann esse ich es auch. Ich möchte mir nichts verbieten, so entstehen bei mir nur Gelüste. Ich versuche in erster Linie viel achtsamer zu sein, was die Ernährung, sowie mein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl betrifft.

Ich musste sehr viel ausprobieren, um zu erkennen was mir gut tut und was nicht. Frische Obst- und Gemüse Säfte, Smoothies, Gemüse und Vollkornprodukte schmecken mir einfach wahnsinnig gut. Ich esse und trinke sie, weil sie mir gut tun und nicht weil sie jetzt unbedingt das Label „vegan“ tragen. Es gibt natürlich auch immer wieder Zeiten, zu denen ich mich nicht ganz so gesund ernähre. Gerade wenn es sehr stressig ist oder ich genug vom dunklen Winter habe 😉 Auch das gehört dazu. Und wenn Oma sonntags mit einem leckeren Rhabarber-Streusel-Kuchen um die Ecke kommt – na wer kann da schon nein sagen 😉 Einfach alles in Maßen geniessen!

Ich bin kein Yoga-Experte, aber ich habe verstanden, dass es dabei auch um Entschleunigung und den bewussten Umgang mit Zeit geht. Warum ist das so wichtig?

Das Problem ist, dass wir uns leider oft sehr an der Vergangenheit festkrallen oder zu stark auf die Zukunft fokussieren. Was dabei komplett verloren geht ist die Gegenwart. Den Moment im Hier und Jetzt, den wir bestimmen und leiten können! Es passieren so viele schöne Dinge um einen herum, die man oft gar nicht wahrnimmt, weil man gedanklich ganz wo anders ist. Wir sollten alle versuchen ein bisschen mehr Achtsamkeit in unseren Alltag zu kultivieren und auch die kleinen Dinge und Momente mehr wertzuschätzen.

Was ist denn für dich eigentlich perfekt verbrachte Zeit?

Perfekt verbrachte Zeit ist für mich, wenn ich die Dinge tun kann, die mich glücklich machen, die mich von Herzen erfüllen. Ohne Zeitdruck und ohne Wertung. Es sind die Momente, die ich mit 100%iger Aufmerksamkeit erlebe. Egal ob ich mich fünf Minuten über meinen Hund freue, wie er wild durch den Garten stürmt, eine erfrischende Yogaeinheit im Freien genieße oder für vier Wochen durch Island reise…

Tierisch gute Zeit: Mady Morrison mit Hund Leah. Foto: Sven Schwalm

Ich persönlich will schon deshalb übrigens kein Yoga machen, weil es gerade gefühlt alle machen, und ich glaube mich dadurch abheben zu müssen gerade nicht das zu machen, was alle machen (kleine Macke von mir). Wenn du dennoch versuchen würdest mich vom Yoga zu überzeugen, dann wäre das jetzt deine Chance!?

Hui, das kenne ich. Haha 🙂 Hmmm… ja – alle machen Yoga. Nur keine Männer 🙂 Um dich abzuheben, solltest du wohl schleunigst mit Yoga anfangen!

Wie viel Zeit brauche ich denn für Yoga?

Nicht die Zeit ist entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit. Ganz unabhängig, von der Dauer, die man auf der Yogamatte verbringt! Auf meinem Youtube Kanal kommen übrigens regelmäßig neue Yoga-Videos, die man wunderbar in seinen Alltag oder in seine Morgenroutine integrieren kann. Man muss einfach nur anfangen : )

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Bei der Arbeit…oder so. Foto: privat.

OK, verstanden:) Gibt’s eigentlich auch Tage, an denen du dich gar nicht bewegst und Abends ’ne Pizza isst?

Klar, ich liebe Pizza! Und zum Frühstück dann den Rest kalt auf die Hand 😉 Und natürlich gibt es auch mal Tage ohne viel Bewegung, im Sinne einer Yogapraxis oder Sporteinheit. Ich versuche dennoch möglichst viel Bewegung in meinen Alltag zu integrieren, und nehme mal das Fahrrad anstelle des Autos und der Bahn oder mache einen extra großen Spaziergang mit meinem Labrador Leah.

Mir scheint, als sei es dir gelungen deine Leidenschaften zu deinem Beruf zu machen. Wie großartig ist das eigentlich?

Ja, das ist der mega Kracher : )
Das zu tun, was man liebt, ist grundsätzlich eine gute Entscheidung.

Dann weiterhin viel Spaß dabei und vielen Dank für das Interview!

Mehr Mady: www.madymorrison.com

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