Rose Essen FoodQuinoa, Goji-Beeren, Chia-Samen – aus allen Ecken der Welt tauchen plötzlich Lebensmittel auf, von denen man noch nie gehört hat. Oder zumindest nur vage. Aus Quinoa haben wir schon mal ein leckeres Frühstück mit Äpfeln, Zimt und Honig gemacht. Aber was ist Chia? Und warum soll das jetzt in unser Müsli?

Immer mehr der so genannten ‚Superfoods‘ tauchen in den Regalen auf, alle versprechen wundersame Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die meisten von ihnen kommen gefühlt vom anderen Ende der Welt: Chia aus Mittelamerika, Acai aus dem Amazonas-Gebiet, Goji aus China. Wie aber sieht es mit heimischen Gemüse- und Obstarten aus? Stecken in ihnen nicht mindestens ebenso viele super Inhaltsstoffe?

Superhelden Rote Bete & Co.

Das hat sich vielleicht auch Franziska Schmid gefragt, die seit 2010 in ihrem Blog „Veggie Love“ über veganes Leben schreibt. Seit Oktober 2015 ist nun ihr Buch  „Local Superfoods“ im Handel, das lokalen Lebensmitteln mit Superhelden-Attitude nachgeht. Es beschreibt die wertvollen Inhaltsstoffe von Himbeeren und Walnüssen, Grünkohl und Roter Bete, Sprossen und vielen anderen mehr. Franziska Schmid schreibt dabei locker, leicht und gar nicht mit dem erhobenen Wellness-Zeigefinger – so macht es richtig Spaß zu lernen, dass Blaubeeren gut gegen Falten sind und Sanddorn cholesterinsenkend wirkt. Dass Brunnenkresse den Stoffwechsel anregt und Hanfsamen die meisten pflanzlichen Eiweiße enthalten.

Sanddorn-Chutney und Beerencrumble

Ein Buch über gesundes Essen wäre allerdings nichts ohne passende Rezepte. In „Local Superfoods“ finden sich davon reichlich und machen uns Lust aufs Zubereiten und Nachkochen. Doch womit beginnen? Mit dem grünen Lieblings-Smoothie oder dem Süßlupinen-Hummus , mit der Süßkartoffelsuppe oder doch lieber dem Quinoasalat mit Cranberrys? Auch das Himbeer-Basilikum-Eis klingt köstlich.

Wir haben mit Franziska über ihr Lieblingsrezepte gesprochen und nachgefragt, was die Superfoods eigentlich so super macht.

Franziska Schmid

Franziska Schmid

Liebe Franziska, Du beschäftigst Dich in Deinem Blog schon lange mit nachhaltigem Essen, veganer Kosmetik und ökologischer Mode. Wie kam es dazu, dass Du jetzt ein Buch zu Superfoods veröffentlichst?

Kurz nach der Veröffentlichung meines ersten Buches „7 Tage grün“, in dem es um grüne Smoothies und Rohkost geht, entstand auch schon die Idee für mein zweites Buch. Damals wurde ich nämlich immer gefragt, wie sinnvoll die Verwendung von exotischen Superfoods, wie Chia oder Acai in Smoothies ist. Ich wurde neugierig, was es außer Blattgrün und Wildkräuter noch an Superfoods direkt vor unserer Haustür gibt. Wie sich herausstellte: jede Menge.

 

Du nennst sie ‚Kraftpakete aus heimischen Gefilden‘ – was genau sind Superfoods und warum sind sie so gut für uns?

Superfoods sind Lebensmittel mit einer besonders hohen Dichte an Nährstoffen. Kurzum: in ihnen stecken jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und biologisch aktive Substanzen. Damit wirken sie besonders positiv auf unsere Gesundheit, halten uns fit und schützen uns vor Krankheiten.

 

Die meisten deiner Zutaten findet man tatsächlich im eigenen Garten oder zumindest in der Ecke „regionale Produkte“ wieder. Wie ist es mit Amaranth, Avocado oder Süßkartoffel? Ich war verwundert, die in Deinem Buch über heimische Superfoods zu finden…

Süßkartoffeln können in der Tat auch bei uns angebaut werden – ein Freund von mir hatte in seinem Garten in Neukölln schon eine erfolgreiche Ernte. Für das Buch habe ich mich gemeinsam mit dem Verlag für 14 Superfoods entschieden, die bei uns wachsen oder die man selbst anpflanzen kann. Das sind unter anderem Himbeeren, Blaubeeren, Sanddorn, Wildkräuter, Grünkohl, Sprossen, Weizen- und Gerstengras, Rote Bete, Süßlupine, Kresse und Süßkartoffeln. Auch einige wenige Superfoods kommen im Buch vor, die bei uns das ganze Jahr über leicht erhältlich sind, wie Avocado oder Amaranth.

Cover_Schmid_Local Superfoods_300dp

Süßlupinen-Hummus oder Süßkartoffelpizza – welches ist Dein Lieblingsrezept?

Schwere Entscheidung. Die Pizza liegt mit minimalem Abstand ein wenig höher auf meiner Lieblingsskala.

 

… und sind die Anleitungen wirklich alltagstauglich?

Total. Die Zutaten sind auf dem Markt, Bioladen oder Supermarkt erhältlich und die meisten Rezepte sind schnell nachgekocht. Für einige braucht man etwas länger, wie für die Süßkartoffelpizza oder das Walnussbrot – leicht nachzumachen sind aber auch sie.

 

Gut gefallen hat uns das Jahreszeiten-Register am Ende, das zeigt, wann man am besten welches Gemüse kocht. Was ist Dein Credo beim Kochen?

Unkompliziert und schnell im Alltag. Abends und am Wochenende gerne aufwändiger. Immer: lecker. Und bei den Zutaten: regional, bio und saisonal.

 

Der letzte Eintrag auf deinem Blog sagt: Alles neu. Ganz bald. Kannst Du schon verraten, auf was wir uns in den nächsten Wochen freuen dürfen?

Veggie Love bekommt gerade ein neues Logo und die Seite ein komplett neues Design. Gleich bleiben die Themen: Mode, Kosmetik und Essen.

Franziska Schmid mag Genuss, Verzicht aber nicht. Und findet: Veganismus ist gut und sieht gut aus. Auf Ihrem Blog ‚Veggie Love‘ schreibt sie darüber wie sich gutes Essen, Lifestyle, Mode und Kosmetik mit vegan, ökologisch und fair verträgt.

Das Buch „Local Superfoods. Rezepte mit den besten heimischen Vitalstoffpaketen“ ist 2015 im Trias Verlag erschienen und kostet 14,99 Euro. 127 Seiten, ISBN: 978-3-8304-8304-5. Es ist auch als E-Book erhältlich.

1 Kommentar

  1. Gretchen Antworten 3. Dezember 2015 at 22:18

    Schöner Beitrag. Eigentlich ist es so vielseitig, was unser Garten so zu bieten hat! Mit welch tollen Lebensmitteln, die man fast vergessen hat, so einfach super lecker kochtn kann! Ich wohne zur Zeit in Argentinien. Hier ist Obst und vor allem Gemüse sehr günstig – im Gegensatz zu vielen anderen Dingen. Ich habe diesen Monat schon so viele geile Sachen gekocht, die ich mir zu Hause noch nie gemacht habe: frische rote Beete als Gemüse zu Nudeln, Mangold, Süßkartoffeln als Püree, einfach gekocht oder als Rösti (der Wahnsinn). Man sollte sich wieder mehr auf grundlegende Lebensmittel besinnen!

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