Rose Essen FoodEine Reise durch Nordkalifornien ist ein Ritt durch ein kulinarisches Paradies. Es tut einem im Herzen weh das zu sagen, aber Frankreich kann da nicht mithalten. Noch jeder Snack wird hier hingebungsvoll mit lokalen Bioprodukten gemacht. Einen schlechten Bissen finden, entpuppt sich als große Herausforderung. Hier einige Schnappschüsse.

Sir & Star, Olema

Kellner mit gezwirbeltem Oberlippenbart, rostfarbener Strickkrawatte, weißem Hemd und dunkler Weste. Das ist schon mal unschlagbar. Weiße Wände, dunkles Holz, ein großer offener Kamin im Eingangsbereich. Vom Speiseraum aus ein Blick in einen tiefgrünen großen Garten. Kein Schnörkel zu viel. Rurales Amerika wie es besser kaum geht. Und so ist auch das Essen.

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Das Sir & Star in Olema. Bild via: Facebook/ Sir&Star

Noch nie habe ich etwas so traumhaftes aus Teig gegessen wie die Dinner Buns im Sir & Star. Heiß servierte kleine Brötchen, mit einer hauchdünnen Schicht Honig von wildem Thymian überzogen. Dazu eiskalte gesalzene Butter. Unglaublich. Danach ein grüner Salat mit Gurke und Kohlrabi. Dazu frischer Estragon. Das beste Gemüse ever. Wirklich. Zum Hauptgang ein Stück wilder Lachs aus dem sehr nahen Pazifik, dazu grüner Spargel. So einfach und so grandios. Dessert? Eigentlich nicht so meins. Aber hier: Selbst gemachtes Vanille Softeis mit Olivenöl und Meersalz. Dazu ein Nordkalifornischer Riesling mit dezenter Holznote. Allergrößtes Kino.

 Hog Island Oyster Company, Tomales Bay

Kategorie: Spielplatz für Erwachsene. Eine Austernfarm direkt an einer kleinen Bucht gelegen. Das Wasser glitzert. Das Prinzip ist einfach. Man bucht einen Tisch samt Grill, dazu bekommt man die frischen Austern direkt aus dem Becken. Öffnen darf man selbst. Ich gestehe bisher ein Verfechter eines sehr puristischen Austerngenusses gewesen zu sein. Selbst Zitrone war zu viel des Guten für mich. Das sehe ich jetzt anders. Unsere Food fanatischen Berliner Freunde aus San Francisco, die uns diesen Austernnachmittag ermöglichten, haben mein Austern Universum um Galaxien erweitert.

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Community ist ne große Sache in Nordkalifornien. Weinkühler bei der Hog Island Oyster Company. Foto: Mario Münster

Austern vom Grill mit Trüffelbutter.  Oder Rockefeller-Oysters: Ebenfalls gegrillt mit einem Topping aus Spinat, Asiago-Käse und Frischkäse. Unglaublich. Angels on Horseback: Aus der Schale gelöste Austern, umwickelt mit Bacon und dann gegrillt. Unfassbar. Dazu immer wieder die Barbecue Oysters von der Hog Island Oyster Company, die die Betreiber wortlos an den Tischen verteilen. Eine Auswahl nordkalifornischer Weine dazu und es gab und gibt keinen besseren Ort auf dieser Welt zum leben oder sterben.

 San Francisco Fish Company, Ferry Building, San Francisco

Noch so ein Spielplatz für Erwachsene. Das Ferry Building in San Francisco. Ein kulinarisches High End Geschäft neben dem nächsten. Die San Francisco Fish Company serviert Fish & Chips, wie sie sein sollen. Sehr große Stücke knusprig gebackener Fisch. Kein triefendes Fett, nirgends. Außen trocken und kross – innen saftiges Fischfleisch. Das gleiche gilt für die Chips. Wunderbare Textur. Dazu selbst gemachte Sauce Tatar. Grandios. Das beste an dem Laden ist jedoch die Online-Adresse: sanfranfishco.com. Heinz Erhard hätte seine Freude.

4505 Meats, Farmers Market, San Francisco

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Schwein gehabt bei 4505 Meats. Foto: Mario Münster

Bei 4505 Meats geht es vor allem um Schweine. Man hat den Anspruch die Tiere ganzheitlich zu verarbeiten, was ich sehr schätze. Auf dem Farmers Market serviert 4505 Meats Donnerstags alles zum Thema „Smoker“. Ich hatte eine beeindruckende Variation aus Pulled Pork, Slow Rosted Chicken, Cheddar Bratwurst. Dazu weiße Bohnen und Krautsalat. Nichts für zimperliche Gemüter. Aber der Himmel auf Erden. Man isst das dann am besten mit Blick auf die Bucht. Und alles ist gut.

Saru Sushi, Noe Valley San Francisco

Selig ist, wer in Sushi macht und den Pazifik vor der Tür hat. Bei Sushi hängt nun mal alles an der Qualität des Fisches (ja, OK, die Sache mit dem Reis ist auch essentiell). Es gab köstlichen weißen Thunfisch, Krabbe mit Avocado, Tempura Shrimp mit Kale. Dazu den mehrfachen Hinweis das Ganze nicht mit Sojasoße und Wasabi zu ertränken, weil die kleinen Happen bereits sorgfältig gewürzt sind. Dieses sorgfältige würzen zu beobachten ist eine sehr meditative Beschäftigung. Sushi-Meister, die sich einer Batterie von Pipetten und Pinzetten bedienen, um Essenzen und Spuren auf und unter dem Fisch zu verteilen. Extrem entspannter Genuss bei Saru Sushi.

In diesem Sinne… California, here we come!

rgoyster

Er durfte mit Blick auf die Tomales Bay abhängen, während unser Chefredakteur Austern aß… Foto: Mario Münster

 

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