Rose Idee
 Fahrradfahren ist in Berlin nicht überall besonders schön oder sicher und wer schon einmal die Strecke entlang der U1 vom Schlesischen Tor in Kreuzberg bis nach Charlottenburg gefahren ist, der war hinterher vermutlich froh, die Strecke heil überstanden zu haben.

Mir jedenfalls ging das so. Zwei Jahre lang bin ich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein die stark befahrene Skalitzer Straße, dann Gitschiner Straße, dann Hallesches Ufer entlang geradelt, ab dem Kottbusser Tor direkt auf der Straße, eingeklemmt zwischen parkenden Autos und gehetzten Autofahrern, die mal wieder zu lang in einer ihrer Lieblingskneipen versackt und deshalb zu spät fürs erste Meeting waren. Wie ich selber. Und deshalb bin ich auch nicht auf die ruhigen Seitenstraßen ausgewichen sondern immer schön den schnellsten Weg auf der stark befahrenen Hauptstraße bis in die Redaktion unweit des Ku’damms.

Und quasi als eine der vielen Radfahrer, die sich tagtäglich todesmutig in den Berliner Straßenverkehr wagen, bin ich besonders froh über ein Projekt, das derzeit so viel Medienecho erhält. Radbahn  heißt die Initiative um Initiator Martti Mela, die ohne großen Aufwand unter der legendären aufgeständerten  U-Bahnlinie U1 einen weitestgehend überdachten Radweg realisieren möchte. Fast neun Kilometer lang soll die Strecke vom Bahnhof Zoo bis zur Warschauer Brücke werden und Charlottenburg, Schöneberg, Kreuzberg und Friedrichshain miteinander verbinden.

Berlin muss ein Zeichen setzen

RadbahnDie Verkehrsverwaltung des Senats sieht das gefeierte Projekt als problematisch an, da sich die Flächen schwer mit dem umgebenden Radwegenetz verbinden lassen sollen. Aber Radwege abseits der bestehenden Straßen setzt den Fahrradverkehr wieder herab und verbannt ihn an scheinbar schöne Orte, wie Grünanlagen und Parks. Mir als Fahrradfahrer ist es wichtig, morgens auch zehn Minuten später losfahren zu können, weil ich mich noch einmal im Bett umdrehen möchte, bevor es wieder los geht in einen neuen, ereignisreichen Tag.

Berlin muss endlich ein ernstes Zeichen setzen, dass dem Fahrradverkehr eine wesentliche Bedeutung in der Neuausrichtung innerstädtischer Mobilitätskonzepte zukommt. Die Genehmigung der Radbahn U1 wäre so ein Zeichen. Immerhin, den Bundespreis Ecodesign hat das Projekt gestern Abend im Umweltbundesamt in Berlin schon einmal verliehen bekommen. Jetzt muss die Stadt nachziehen!

 

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