Rose_GedankenEin Telefon, das nur zwei Dinge kann, können wir uns gar nicht (mehr) vorstellen. Antiquiert scheinen die Leute, die noch mit Mobiltelefon und Schwarz-Weiß-Display unterwegs sind. Jetzt hat ein Schweizer Hersteller genau so ein Telefon auf den Markt gebracht. Warum es Sinn machen könnte, sich von Zeit zu Zeit von der digitalen Verfügbarkeit zu lösen.
Aus der Reihe ‚Everyday Essentials‘. 

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Oldschool oder smarte Entschleunigung?

Vielleicht kann sich die werte Leserschaft ja noch an die Zeit erinnern, als es eher peinlich war in der Öffentlichkeit zu telefonieren. Als es absurd schien, wenn Menschen – anscheinend mit sich selbst sprechend – mit einer Hand am Ohr die Straßen entlangliefen und hin und wieder unvermittelt auflachten. Dennoch, das mobile Telefon war eine Revolution und machte uns unabhängig vom stationären Apparat, der ja nicht einmal garantieren konnte, dass am anderen Ende jemand antworten würde. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit wurde als Segen gefeiert und Telefonnummern merken musste man sich bald auch nicht mehr.

Seit einigen Jahren nun hat das Smartphone die Welt erobert, ein zunehmend zum Klein-Computer mutierendes Gerät, dessen Hauptfunktion längst nicht mehr das Telefonieren ist. Es ist unser digitales Zuhause geworden, mit dem wir die Welt bereisen können und überall jederzeit Verfügbar sind: telefonisch, per E-Mail und in all unseren Social-Media Kanälen. Wunderbar! Wunderbar?
Parallel zur wachsenden Verbreitung des Smartphones, steigt auch die Zahl derer, die sich gegen eine Omnipräsenz der Digitalisierung und damit auch allgegenwärtigen Verfügbarkeit wehren. Einige aus politischen Gründen, andere ganz schlicht weil sie sich vom Druck der Verfügbarkeit buchstäblich „erdrückt“ fühlen.
Ein Telefon zur Entschleunigung

Mit der Idee, das moderne Leben zu vereinfachen und sich vom Information-Overload wenigsten vorübergehend zu befreien – der sich ja auch die Slow Living- und Entschleunigungs-Befürworter verpflichtet fühlen – ohne dabei aber auf den Komfort des mobilen Telefonieren zu verzichten, hat der Schweizer Hersteller Punkt ein Gerät entwickelt, das genau zwei Dinge kann: telefonieren und texten. Mit der Gestaltung des Mobiltelefon MP 01 wurde sehr passend der Designer Jasper Morrison beauftragt. Denn der Brite und Vertreter des Super Normal Design glaubt daran, dass gute Produkte sich weniger durch ihre Vielfältigkeit, als durch ihre einfache Handhabung auszeichnen sollten.

Ob das MP 01 das Zeug hat sich auf dem Weltmarkt durchzusetzen ist unwahrscheinlich. Doch im jeden Fall stellt uns das Telefon vor Fragen, die wir im Alltag gerne verdrängen:  Auf wie viel können und wollen wir überhaupt verzichten und was wären wir bereit für mehr Entschleunigung im Leben aufzugeben? Für das Wochenende zumindest wäre es schon einmal ein guter Ausgleich.

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Fotos by Punkt.

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