Rose TyPornWas sind schon hundert Jahre in unsrer schnellebigen Zeit!
… Überlegungen von Bertram Sturm

Aldusblatt

1994

Unsere Hausschrift The Serif, angewendet für den riesen Haufen Fließtext, der hier seitenweise Geschichten erzählt, wird kommendes Jahr 20 Jahre alt. Nicht gerade so richtig frisch.

1874

Die Initialen und die schicke Headline „Rosegarden“ auf unserem Titelblatt wurden 1874 von William Hamilton Page entworfen und später von Adobe zur Rosewood Std digitalisiert. Auch nicht gerade der heißeste Scheisz.

Ach egal, wenn ich schon mal dabei bin:

16. Jahrhundert

Das Aldusblatt erblickte in der Frührenaissance das Licht der Welt. Heute ist es benannt nach dem italienischen Buchdrucker und Verleger Aldus Manutius, der mit diesem Herzchen ähnlich inflationär umging wie wir es tun.

In seinem Ursprung schmückte es jedoch weit vor Aldus Manutius den Beginn oder den Abschluss eines Textes. Damals hieß es noch Alineazeichen oder auch Hederazeichen (lat. Efeu). Offensichtlich gehört es zu den sogenannten Fleurons, floralen Verzierungen bzw. Ornamenten, die im Buchwesen, aber auch im Bauwesen oder, in der Heraldik vorkommen. Eigentlich ganz schön und nun wirklich sehr passend zu unserem floral assoziierten Namen.

Kann man hier noch von einem modernen Layout sprechen? Mit gutem Willen wohl eher von einem zeitlosen.

Ganz ehrlich: die Rosen-Icons sind neu! 2013, versprochen!

Aldusblatt

von links nach rechts: 16. Jh., französisch / Das Aldusblatt / um 1220 Hochgotisches Fialen- Fleuron

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