Rose_GlueckHabt ihr euch schonmal gefragt, wie ein M zum Anfassen aussieht? Wie sich ein S möglichst elegant um euren Finger schlingt? Der Goldschmied und Designer Philipp Eberle hat diese Idee für das ganze Alphabet durchexerziert, außerdem für ein paar Sonderzeichen. Philipp ist der Designer von The Lettering. Wir haben ihn in seinem Werkstatt-Büro in Paris getroffen. 

 

Philipp, wie kamst du auf die Idee zu The Lettering?

Die Idee ist im Studium entstanden. Ich fand Siegelringe immer gut. Daran angelehnt wollte ich Ringe entwerfen, bei denen die Form nicht der Funktion folgt, sondern die Funktion ist. Der Buchstabe sollte den Ring formen, nicht einfach oben drauf sein. Was daraus wurde, ist mehr ein Konzept als reine Gestaltung. Der Buchstabe wird zum Ring. Jeder Buchstabe gibt die jeweilige Form des Ringes vor und der Ring gestaltet sich selbst, indem er quasi um den Finger herumfließt.

The Lettering Werkstatt, Foto: Maren Heltsche

The Lettering Werkstatt, Foto: Maren Heltsche

Und wie ist es dann weitergegangen?

Ich arbeite viel als Designer für andere Marken. Für diese Aufträge muss ich immer schnell und neu denken. Mit The Lettering habe ich für mich ein beständiges Projekt geschaffen, das jetzt seit fünf Jahren wächst und gedeiht. Am Anfang habe ich mit ein paar Buchstaben angefangen und dann auf Nachfrage entworfen und produziert. Die Designer Victor & Rolf haben beispielsweise ein &-Zeichen angefragt. Inzwischen gibt es das ganze Alphabet und einige Sonderzeichen.

Wo kann man deine Ringe bekommen?

Entweder kann man sie direkt bei mir bestellen oder wenn man in Amsterdam, Ibiza, Tokio oder Osaka ist, in einem Laden kaufen. Die Ringe sind kein Massenprodukt und werden in einer kleinen Manufaktur in Deutschland individuell hergestellt. Es wäre ein bisschen kompliziert, mit zu vielen Läden zusammen zu arbeiten.

Warum das?

Man kann die Ringe nicht wirklich auf Lager halten, da es so viele Kombinationsmöglichkeiten gibt. Einerseits der Buchstaben bzw. das Zeichen, andererseits die Ringgröße und dann noch die unterschiedlichen Farben: silber, gelbgold, roségold und palegold.

 

Glitzer, Foto: The Lettering

 

Was motiviert dich in diesem Projekt und was sind die nächsten Schritte?

Es fühlt sich super an, ein eigenes Produkt zu machen. Es ist eher Spaß als Arbeit und motiviert voll, wenn mir Leute sagen:. „Ich ziehe den Ring jeden Tag an.“ Ich freue mich über jeden Ring, der verkauft wird. Das ist dann so unmittelbar mein Erfolg. Wenn ich für große Labels arbeite, bin ich Teil von einem komplexen Prozess. Ein ganz eigenes Projekt als Ausgleich zu haben, ist cool.

Derzeit arbeite ich an anderen Produkten in der Linie, zum Beispiel an Armbändern oder Ketten mit ganzen Worten. Aber der Kern bleibt: Typografie und Schmuck verbinden und dem Ganzen eine dritte Dimension geben.

 

Fotos: The Lettering

Ring "A", Foto: The Lettering

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