Rose Kranich ReiseEine Unterhaltung führen – ohne Worte und das auf einer Leinwand. Das Künstlerduo Why Not hat sich dies zur Aufgabe gemacht. Daniel Hemel und Anselm Freytag malen simultan an ihren Werken und erzählen sich gegenseitig, wie auch dem Betrachter, Geschichten.

Daniel Hemel und Anselm Freytag malen zusammen. Sie teilen sich Atelier, Farben und eben auch die Leinwände. Die beiden 24jährigen Künstler haben sich vor zwei Jahren entschlossen das alte Leben zu verlassen und dafür Haus und Hof in einer ehemaligen Metzgerei in Stuttgart-Kaltental gefunden. Hemel und Freytag, die gemeinsam das Künstlerduo Why Not bilden, malen an ihren Werken simultan. Keine Gespräche während der Arbeit, nur das Malen, welches jeweils durch das Vertrauen des anderen inspiriert und geleitet wird. Und so entsteht Kraft einer kreativen Symbiose zwischen den jungen Malern eine Geschichte, die nur durch den Dialog der beiden mit Farbe und Leinen entstehen kann.

 

© whynotart, Chuck Yeager II, 2015

© Why Not, Chuck Yeager II, 2015

 

Hemel und Freytag lernten sich bereits 2010 kennen. Hemel arbeitete in der Werbefotografie, Freytag war in der Filmbranche tätig und schrieb nebenbei Filmdrehbücher.  Auf einer Findungsreise durch Asien entschlossen sich beide fortan ihr künstlerisches Dasein zusammen zu erleben. Freytag sagt über ihr Projekt, dass er immer schon Geschichten erzählen wollte, die Leinwand sei nun das richtige Medium dafür. Dass es eine eher ungewöhnliche Form annehmen würde, hat sich für beide nun als Bestfall herausgestellt. Getreu ihrer Idee von Kunst: Why Not?

 

Titelfoto: © Why Not, Daniel Hemel (li.) und Anselm Freytag (re.). 2015.

 

Wird während des Malens nicht gesprochen, so ist die Kommunikation vorher doch maßgeblich für die Arbeit der beiden. Der Austausch bildet die Grundbasis für ein gemeinsames Geschichten erzählen auf den großformatigen Leinwänden. Why Not arbeiten intuitiv. Mal langsam, mal schnell, dabei aber immer still. Gerade hier ergibt sich die Besonderheit der Arbeit der beiden: Ist künstlerisches Gestalten nicht sonst Art eines expressiven, zum Teil schon Ich-bezogenen Ausdruckes des Einzelnen, so muss die Leinwand hier für zwei Malende reichen. Dem gesamten Schaffensablauf unterliegt kein Gesetz. Daniel Hemel: „Du musst der anderen Person auch erlauben deine Sachen zu übermalen, das ist Teil der Arbeit und fordert ein großes Maß an Vertrauen.“ Erst wenn die Fusion durch Farbe perfekt, die Emotionen der beiden miteinander verschmolzen sind, ist ein Gemälde fertig gestellt. Die Geschichte für dieses Mal ist erzählt und stellt dem Betrachter Fragen, die beide Künstler vor der Beendigung des Werkes wohl selbst nicht für möglich hielten.

 

© whynotart, Das Joch der unbegrenzten Möglichkeiten, 2014.

© Why Not, Das Joch der unbegrenzten Möglichkeiten, 2014.

 

Mehr zu Why Not auf ihrer Homepage.

 

Titelfoto: © whynotart, Daniel Hemel (li.) und Anselm Freytag (re.). 2015.

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