Rose_IdeeAm 24. April ist der „Fashion Revolution Day“*. Es geht um Fairness und Transparenz in der Modeindustrie. Und darum dass wir alle einen Beitrag zu besseren Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen und Arbeitern in der Textilherstellung leisten können. Wir haben mit der Modedesignerin Julia Müller gesprochen. Sie ist Herz und Kopf hinter dem neuen Label Annamariaangelika, das kreative Strickmode und faire Produktionsbedingungen zusammenbringen will. Ein Gespräch über nachhaltige Mode, gestrickte Geschichten und peruanische Handwerkskunst.

 

Was bedeutet für dich Slow Fashion?

Kleidung wieder bewusst zu entdecken. Weg von anonymer Beliebigkeit hin zu Transparenz und Wertschätzung. Jedes Kleidungsstück hat eine Geschichte. Es durchläuft einen langen Weg vom Design zur Produktion bis es schließlich im Laden hängt. Slow Fashion erzählt diese Geschichte und lässt uns daran teilhaben;  sie gewährt  Einblick in die Produktionsabläufe, beschäftigt Menschen unter sozial gerechten Arbeitsbedingungen und legt Wert auf ressourcenschonende Fertigung und Langlebigkeit. Das Ergebnis ist qualitativ hochwertige Mode mit viel Potential sich darin zu verlieben. Mode die wir nicht mehr missen wollen.

 

Was ist die Idee hinter Annamariaangelika? Welche Geschichten erzählen deine Pullover?

Annamariaangelika ist ein Slow Fashion Label  und erzählt gerne Geschichten: Wir schicken Frauen und Männer auf eine kulturelle Entdeckerreise. Die aktuelle Kollektion “Each Single Moments Soul” ist ein “Mitbringsel” meiner Peru-Reise. Ich bin begeistert von diesem facettenreichen Land und der Herzlichkeit seiner Bewohner. All die wundervollen Momente, die ich dort  erlebt habe und die Lebensfreude die in ihnen allen steckt, möchte ich gerne mit anderen teilen. Jeder Pullover ist inspiriert von einer Reiseanekdote und erzählt seine ganz eigene Geschichte. Der Pullover “Little Men” berichtet zum Beispiel davon wie ich meinen Reisepass auf einer Insel im Titicacasee vergessen habe…

AMA_Rosegarden_Mag_2

Foto: LVR

 

Wie kamst Du darauf, mit Frauen aus Peru zusammenzuarbeiten? Und was ist Dir in der Kooperation mit ihnen wichtig?

Carolina und Eunice habe ich während meines ersten mehrmonatigen Peru-Aufenthalts 2012 kennengelernt. Wir haben uns gleich gut verstanden und angefreundet. Damals hatten sie gerade damit begonnen, sich gemeinsam selbstständig zu machen und eine kleine Strickmanufaktur gegründet. Unsere persönliche Arbeitsbeziehung schätze ich sehr. Besonders, dass wir die gleichen Werte und Auffassungen über eine nachhaltige und faire Produktionsweise teilen. Die beiden haben ein kleines und sehr professionelles Team hochqualifizierter Strickerinnen und Stricker aufgebaut und ich bin sehr glücklich, sie als zuverlässige und vertrauenswürdige Partnerinnen gefunden zu haben.

 

Du hast gerade auf Kickerstarter Deine Crowdfunding-Kampagne für die erste Produktion von Pullovern, Mützen und Schals abgeschlossen. War das ein einmaliges Projekt oder kann man auch künftig Deine Produkte kaufen?

Letzte Woche ist unsere erste Order aus Peru eingetroffen und wir sind dabei, die Pullover an unsere Unterstützer aus der Kampagne zu verschicken. Wir freuen uns sehr, dass die Finanzierung unserer ersten Kollektion über Kickstarter so gut geklappt hat und möchten uns noch mal bei allen Unterstützern ganz herzlich bedanken. Auch wird es zeitnah einen Onlinestore geben, in dem ausgewählte Stücke der Kollektion erhältlich sind.

 

AMA_Rosegarden_Mag_9

* Vor drei Jahren stürzte das Rana Plaza, ein Gebäudekomplex in Sabhar, Bangladesh ein. Hier arbeiteten vor allem Näherinnen trotz polizeilichem Zutrittsverbot, nachdem Risse im Gebäude festgestellt worden waren. Am 24. April 2013 starben bei dem schwersten Fabrikunfall des Landes mehr als 1.000 Menschen, mehr als 2.500 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Seither engagiert sich die Kampagne fashionrevolution.org für mehr Transparenz von Herstellungsbedingungen in der Modeindustrie. Übersicht über Aktionen in Deutschland auf Facebook.
Julia_Mueller

Julia Müller hat „Conceptual Fashion Design“ an der Kunsthochschule Burg Halle studiert und arbeitet jetzt in Berlin-Moabit. „Each Single Moment’s Soul“ ist ihre Debüt-Kollektion. Annamariaangelikas Kollektion soll gesund wachsen: Die Lieblingsteile einer Saison bleiben im Sortiment und werden jährlich um zwei, drei Modelle ergänzt.

www.annamariaangelika.de

www.facebook.com/annamariaangelika.de

www.twitter.com/annamangelika

Titelfoto: LVR

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top