Rose Kranich ReiseIn Eindhoven hat ein neuer Headshop aufgemacht. Nicht verwunderlich will man denken, da die niederländische Politik bezüglich Cannabis und dessen Konsum doch etwas anders gepolt ist, als die deutsche. Das Design des House of Smart ist dafür jedoch umso bemerkenswerter.

Wer bereits schon mal einen Headshop betreten hat (natürlich nur aus Spaß und „Man wollte ja nur mal gucken, was es da alles so gibt.“), wird höchstwahrscheinlich von Vorurteilen erschlagen worden sein. Bongs in den einschlägigen Jamaica-Farben, kleine Gerätschaften, um das Marihuana besser zu einem Joint verarbeiten zu können und natürlich der unverwechselbare Duft von Cannabis. Hinter der Theke meist ein Verkäufer, der seit gefühlten 30 Jahren kein Sonnenlicht mehr gesehen hat und sich eher langsam bewegt. Kiffen hat oftmals noch das Image des ewig rumlungernden Anfangzwanzigers, bei dem in der WG-Küche seit drei Wochen nicht abgewaschen wurde.

In Eindhoven weht ein anderer Wind. Ende September, einhergehend mit der Dutch Design Week 2015, wurde der neue Headshop „House of Smart“ eröffnet. Wo das Auge hinblickt: Design en detail. Kiffen und Design vertragen sich hier auf höchst interessante Weise. Realisiert und entworfen wurde das zugegebenermaßen sehr schicke Cannabiszubehörgeschäft von Maurice Mentjens, der bereits 2007 den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland erhalten hat.

Foto: Arjen Schmitz.

Foto: Arjen Schmitz.

Ein Smart Shop sei ein Geschäft wie jeder andere Einzelhandel, in dem Stimulanzien und das passende Zubehör verkauft werden, betont der neue Eigentümer des House of Smart. Hier wird das alte muffige Bild des Headshops umgewälzt, die sonst treibende Heimlichkeit beim Kauf jener Produkte sei nicht mehr von Nöten. „Man sollte offener und moderner bezüglich dieses Themas sein.“ Architektonisch wurde diese Philosophie in ein Design mit großen, flächigen Fenstern übersetzt. Passanten haben freien Blick auf Shop, Verkäufer und Käufer.

Auch die Produkte wurden an strategisch günstigen Punkten platziert, sodass Innendesign und Verkaufsware ein interessantes Puzzle ergeben. Das Zubehör für Cannabis und Co wird ebenso Teil des Konzepts. Die gesamte Inneneinrichtung, einschließlich der Wände und Decke, wurde in einer sich kreuzenden Struktur mit hölzernen Paneelen realisiert. Mentjens spielt damit auf den zerebralen Cortex an, den Teil des Gehirns, in dem jegliche Informationen, nüchtern oder sediert, verarbeitet werden.

Wer also in Eindhoven ist, sollte dem House of Smart einen Besuch abstatten. Möglicherweise wird so dem Bild des ewig gestrigen Kiffers Abbitte getan.

Foto: Arjen Schmitz.

Foto: Arjen Schmitz.

Titelfoto: Arjen Schmitz.

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