RoseWir brauchen mehr Gedichte!
Deshalb veröffentlichen wir welche!
Weil Gedichte entschleunigen.

 

Kalender

Von David Hermann

Ich drücke auf den Tag
Dabei legen sich links
und rechts die blauen
Stunden in Falten und
reißen schließlich

Über dem Fingernagel
steht schmutzig der Morgen
leer bis auf die Krähe und den
dünngeregneten Plastikfetzen
Sie kleben nebeneinander
an den aufgeregten Ästen
und unterhalten sich feucht

Ich drücke die Tinte in den Tag
Der Abdruck das Labyrinth
das wir sind
in dem
ich mir ewig
auf die Hörner laufe
bis mir der Kopf
in den Schoß fällt

Als ich dich atmen höre
mit deiner Denkfurche
schwer an deinem Traum
unter der heißen Decke

bricht aus dem Nichts die Musik

In die weiße Ordnung
meiner Stunden
rinnt endlich
dein Strom

In jeder
schnellen Flüssigkeit
in jedem
seltsamen Salz
springt ein Universum
aus der Nacht
und bedeckt
endlich jede Sekunde

 

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