Rose NerdIn der Berliner Auguststraße hat vor wenigen Wochen die Galerie „Magic Beans“ eröffnet. Am 8. April startet die zweite Ausstellung mit farbenfrohen Werken von Giuseppe Gonella. Grund genug für uns mal vorbeizuschauen.

 

Es sind die kleinen Sachen, die den Unterschied machen, richtig? Die handgeschriebenen Einladungskarten, das liebevoll gepflegte Gästebuch oder die Polaroidfotos, die von den Galeriebesuchern gemacht werden, um irgendwann mal Teil eines Magazins zu werden.

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Three magic beans – and some art: Stephanie von Behr, Christian Efremidis und Carlota Ibanez de Aldecoa Silvestre. (Foto: Marina Wilde)

Wer die Galerie „Magic Beans“ besucht und den grassierenden Fake Cool der Kunst- und Galerie-Szene erwartet, der wird auf das Angenehmste überrascht. Hier ist jeder willkommen. Die Sonne strahlt durch die große Fensterfront mit den farbenfrohen Bildern um die Wette und von dem Gespräch mit  Christian Efremidis und Stephanie von Behr möchte ich mich eigentlich auch nur ungern trennen, so entspannt ist es mit ihnen. Die zwei haben gemeinsam mit der spanischen Kuratorin und Kunsthistorikerin Carlota Ibanez de Aldecoa Silvestre (cool, oder?) die Galerie „Magic Beans“ gegründet. Stephanie kommt aus New York hat bereits eine Galerie geleitet und arbeitete viele Jahre als Künstlerin und Kuratorin. Christian, ein gebürtiger Bayer, war eigentlich Model, aber das wurde ihm irgendwann langweilig. Er verliebte sich lieber in die Kunst. Dann noch ein kunstvoller spanischer Name, fertig ist die Magie.

„Magic Beans“ ist eine Metapher, die dem Märchen „Jack and the Beanstalk“ entliehen ist. Der arme Jack ist auf dem Weg zum Markt, um eine Kuh, den letzten Besitz seiner Mutter, zu verkaufen. Unterwegs tauscht er die Kuh gegen fünf Bohnen ein, mit denen er anstelle des Geldes für die Kuh zur Mutter zurückkehrt. Wütend wirft die Mutter die Bohnen aus dem Fenster. Doch über Nacht ist aus einer der Bohnen eine riesige Bohnenranke gewachsen, die es Jack ermöglicht hinauf in eine Wunderwelt über den Wolken zu klettern, der er Goldmünzen und Nahrung entnimmt. Das Leben von ihm und seiner Mutter wendet sich zum Guten.

Nach solchen „Magic Beans“ suchen die Macher der Galerie: Künstlerinnen und Künstler am Vorabend großer Karrieren. Nicht zwingend aussortiert von anderen, aber eben auch noch nicht in den Olymp gehoben. In diesem Jahr gibt es alle sechs bis acht Wochen eine neue Ausstellung. Das grenzt an Extremsport, sorgt aber sicher auch für stetige Neugierde. Einschränkungen bei der Auswahl der gezeigten Kunst gibt es wenige. Farben spielen eine große Rolle, aber nicht die entscheidende.

Am 8. April nun eröffnet die zweite Ausstellung in der Galerie: „Walking Home“ mit Bildern des 1984 geborenen Italieners Giuseppe Gonella. In seinen farbintensiven Arbeiten thematisiert er die Träume und Ängste unserer Zeit: Pathos und post-apokalyptische Szenarien mit viel Raum für Fantasie und Visionen. In jedem Fall sehr sehenswerte Bilder.

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Aus der kommenden Ausstellung mit Giuseppe Gonella: Outlying. (Foto: Martin Peterdamm)

Neben der Gruppenausstellung „Power Flower“ im Juni, zeigt die Galerie in diesem Jahr unter anderem Ausstellungen von Frederike von Cranach, Winston Chmielinski, Lorella Paleni und Gina Malek. Genug Gründe also, um bald mal vorbeizuschauen in der Auguststraße 86 in Berlin.

8. April – 6. Mai 2016
Vernissage: Freitag, 8. April 2016, 18 – 21 Uhr
Magic Beans, Auguststraße 86,  10117 Berlin

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YONDER lost in white thoughs; Giuseppe Gonella (Foto: Martin Peterdamm)

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