Rose the WyeWenige Orte stehen so stellvertretend für das Berlin dieser Tage wie THE WYE. Auf 2.000 Quadratmetern arbeiten in der Skalitzer Straße in Berlin Kreuzberg Kreative aus den Bereichen Kunst und Technik an Innovationen. Unsere Reihe „Inside The Wye“ stellt einige von ihnen vor. Schnappschüsse von einem Ort voller Ideen, Leidenschaft und Energie.

Heute: Hannah Nelson-Teutsch, Program Director THE WYE

Als ich Hannah am Ende unseres Gesprächs die Frage stelle, was THE WYE besonders macht, hält sie kurz inne. In der leeren Galerie, in der wir sitzen, hört man nur noch den Verkehr draußen auf der Skalizer Straße. Dann sagt sie: „THE WYE is a labour of love. Es wurde von den Gründern und ihren Freunden im wahrsten Sinne des Wortes mit den eigenen Händen aufgebaut. Viele von den Leuten aus den ersten Tagen sind immer noch hier. Andere fingen bei uns in einem Co-Working-Space an, bekamen irgendwann ihr eigenes Studio und zogen dann aus in eigene Locations. Diese Form von Leidenschaft zu erleben und ein Teil davon zu sein ist sehr besonders. Ich liebe und bewundere jeden einzelnen in diesem Gebäude.“

 

#ALabourOfLove

 

Dass sie ein Teil von THE WYE ist, ist das Ergebnis eines längeren Weges. Ursprünglich kommt sie aus New York. Von dort zog es sie nach Montreal, San Francisco, Vancouver, Prag und endlich nach Berlin. Dort angekommen suchte sie ein Studio für ihre Arbeit als Künstlerin und fragte bei THE WYE nach. Schnell war sie aber von der kreativen Energie des Ortes so gefesselt, dass sie ein Teil davon werden wollte. Und so kam es auch.

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Hannah Nelson-Teutsch in der Galerie von THE WYE. Foto: Mario Münster

Heute ist Hannah diejenige, die ein entscheidendes Wörtchen mitzureden hat, wenn es um die Frage geht, wer ein Studio in THE WYE bekommt und wer seine Kunst dort ausstellen kann. Als Programm Direktorin ist sie verantwortlich für die Kunst, die in den öffentlichen Bereichen des Gebäudes gezeigt wird und für die Ausstellung in der „Platform“ – der Galerie des Hauses. Für die „Platform“ kuratiert sie monatliche Solo-Ausstellungen von Künstlern, die in Berlin leben.

Diese Arbeit beschert ihr nicht einen langweiligen Moment. Die Zahl der Künstler in Berlin alleine ist enorm. Gleichzeitig wird THE WYE immer internationaler, was dazu führt, dass auch die internationale Kunst- und Kreativszene eine immer wichtigere Rolle spielt.

Wie viele andere sieht Hannah auch die Ambivalenz der aktuellen Situation für Künstler und Kreative in Berlin. Einerseits gibt es vergleichsweise noch viel Raum für Kunst. Und der nicht enden wollende Zuzug von Kreativen und Künstlern führt zu immer neuer Befruchtung. Ein fast ideales Biotop. Andererseits kann kaum einer der Künstler und Kreativen von seinem Schaffen alleine leben. Nebenjobs sind die Regel. So sehr Berlin ein guter Ort für die Entstehung von Kunst ist, so wenig ist die Stadt ein Markt dafür. Ganz anders als beispielsweise in New York, wo der Kunstmarkt viel stärker vom Geld getrieben ist.

Je weniger es um Geld geht, desto mehr steht die Leidenschaft im Vordergrund. Das die bei THE WYE immer neue Nahrung erhält, dafür sorgt Hannah Nelson-Teutsch.

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