Rose the WyeWenige Orte stehen so stellvertretend für das Berlin dieser Tage wie THE WYE. Auf 2.000 Quadratmetern arbeiten in der Skalitzer Straße in Berlin Kreuzberg Kreative aus den Bereichen Kunst und Technik an Innovationen. Unsere Reihe „Inside THE WYE“ stellt einige von ihnen vor. Schnappschüsse von einem Ort voller Ideen, Leidenschaft und Energie.

Heute: Lisa Filippini, FIER Management

In großer Regelmäßigkeit hält ja die Mode Einzug in Berlin. Zweimal jährlich mit der Fashionweek als Institution vor allem, aber irgendwie jeden Tag durch die zahllosen kleinen Designer, die die Stadt hervorbringt.

In diese Stimmung hinein gründete Lisa Filippini gemeinsam mit Niccolò Montanari im Jahr 2010 FIER Management. Eine Agentur, die sich auf Events und Sales für Fashion Designer spezialisiert hat. Dazu zählt alles von Catwalks über Ausstellungen und Eröffnungen bis hin zu einem Berlin Fashion Film Festival.

#BigEventsForSmallDesigners

Was folgte, war die für Berlin mittlerweile so klassische Geschichte, bei der eine Idee zunächst im eigenen Netzwerk entwickelt und ausprobiert wird und irgendwann über das Netzwerk hinaus wächst. Es begann mit einer kleinen Show in der damaligen Galerie von THE WYE-Gründerin Leah Stuhltrager in der Friedelstraße bei der vor allem Freunde und Bekannte ihre Arbeit zeigten. Der Bedarf für kleinere Labels mit kleineren Budgets an dieser Form von Events war und ist groß in der Stadt. Folglich wuchs FIER Management Stück für Stück weiter.

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Lisa Filippini. Foto: © Claudia Brijbag

Parallel zur Fashionweek organisiert FIER Management heute zweimal im Jahr einen temporären FIER Showroom, in dem ausgewählte Designer gezeigt werden. Anschließend fährt Lisa Filippini eine Woche lang durchs Land und kümmert sich persönlich um das Thema „Sales“. Für insgesamt sieben Designer agiert FIER Management auch als Agentur.

Heute steht Lisa Filippini irgendwie an der Schwelle zu einem neuen Kapitel. FIER Management ist in gewisser Weise dabei, der Stadt zu entwachsen. Was hier erreicht werden konnte, wurde erreicht und Lisa fasst das relativ nüchtern zusammen: „Wenn es Berlin nicht schafft sich weiterzuentwickeln, dann müssen wir woanders hin.“ Die Stadt entwickelt sich manchmal nicht so schnell wie ihre Start-Ups. In der Fashion-Industrie in Berlin liegt das für Lisa Filippini vor allem daran, dass der Graben zwischen den etablierten Designern und den anderen immer größer wird und diese Lage eine spannende Weiterentwicklung momentan verhindert. „Wer vor fünf Jahren viel Geld gemacht hat als Designer, der macht heute noch mehr Geld. Und wer vor fünf Jahren kein Geld verdient hat mit seiner Arbeit, der verdient heute immer noch keins.“ sagt sie. Es fehlt ein Mittelbau, der von seiner Arbeit leben kann, der investiert und wächst und die Chance zum Aufstieg sieht.

Nun, wir hoffen, dass sich da doch vielleicht schnell noch etwas tut und FIER Management der Stadt erhalten bleibt.

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