Rose Kranich ReiseEveryday Essentials – in der wöchentlichen Reihe über die wesentlichen Dinge unserer Alltagswelt beschäftigt May-Britt Frank-Grosse sich mit der Frage, was wir in unserem Leben wirklich brauchen, bzw. worauf wir nicht verzichten sollten. Nach dem Blick auf ironisch inszenierte Schmuckteller und einem Buch-Möbel, geht es nun um einen echten Mode-Klassiker: das Sakko.

Schön klingt er ja nicht – der Name des Bekleidungsstücks, das – und hier sind sich wohl alle einig – eigentlich immer irgendwie etwas her macht (wenn es nicht durch lieblose Behandlung sowohl optisch also auch geruchlich zur ästhetischen Herausforderung wird). Und ja, gemeint ist das – zu deutsch – Sakko und nicht das Jacket oder der Blazer. Im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern, kommt das Sakko nicht mit passender Hose (und Weste) daher, sondern wird standardmäßig als Standalone verkauft.

tomcrid06

Das Sakko, ein Modeklassiker ©TomCridland

Natürlich unterliegt das Sakko auch modischen Trends. Mal mehr oder weniger tailliert, mal mit kürzeren oder längeren Schößen, mit schmalem oder breitem Revert. Und doch ist das Kleidungsstück ein Klassiker, setzt er sich über modische Spielereien hinweg und bleibt ein Kleidungsstück ohne Verfallsdatum. Das trifft nicht auf viele Teile unserer Garderobe zu. Zumal sie von einer Industrie produziert werden, die dem Diktat ständig wechselnder Kollektionen unterworfen ist.

Doch schon seit einer Weile regt sich Ummut über dieses Vorgehen, das vor allem auf Kosten von Arbeitskräften in Billiglohnländern ausgetragen wird. Besinnen wir uns also auf das Wesentliche. Auf fair produzierte Kleidung, die sich dem Diktat der Modeindustrie entzieht. Die uns länger begleitet, als eine Saison und doch nicht aus der Mode kommt.

„I believe some wardrobe staples, like a plain navy sweatshirt or a white t-shirt simply never go out of fashion.“ – Tom Cridland

Das britische Modelabel Tom Cridland beispielsweise entwickelt in ihrer 30 Year Collection langlebige Kleidung mit klassischen Schnitten, nachhaltig produziert versteht sich. Und wirbt gleich noch mit einer dreißigjährigen Garantie. Der gerade einmal 25-Jährige Chef Tom Cridland fordert damit die Modegiganten heraus – und deren billig hergestellte Wegwerfkleidung. Neustes Teil seiner Kollektion ist nun – ihr ahnt es – ein klassisches Sakko in sechs verschiedenen Farben: The 30 Year Jackett.

Man möchte mit diesem Ansatz „Menschen ermutigen, darüber nachzudenken, wie sie Mode konsumieren und wie viel Müll dadurch entsteht.“ Produziert wird deshalb bei Traditionsherstellern in Italien und Portugal, irgendwo muss die Credibility für die lange Garantiezeit ja auch herkommen.

Kaufen kann man das Sakko – übrigens nur in limitierter Auflage – ab umgerechnet knapp 250 Euro im eigenen Online-Shop. Welche der sechs Farben man in 30 Jahren noch ertragen kann, sollte man vorab für sich klären. Tom Cridland selber schwört auf „electric blue“ und „chilli red“. Und wer bereits älter als 30 ist, weiß ja auch: alle Trends kommen irgendwann wieder.

www.tomcridland.co.uk

tomcrid07

Founder Tom Cridland in one of his favorite jacketts ©TomCridland

 

tomcrid05

Classic Navy – 30 Year Jackett ©TomCridland

 

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top