Rose NerdLydia Korndörfer und Lisa Polten haben 2013 die Ausstellungsreihe „Berlin Masters“ ins Leben gerufen. Eine längst überfällige Idee. Endlich werden ausgewählte Arbeiten der Meisterschüler beider Berliner Kunsthochschulen gemeinsam gezeigt.

Man möchte sich mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen, so offensichtlich logisch und sinnvoll ist die Idee hinter „Berlin Masters“. Und so absurd ist es, dass erst 2013 jemand auf diese Idee kam.

Jedes Jahr im Sommer zeigen die zwei Berliner Kunsthochschulen die Arbeiten ihrer Meisterschüler. Und zwar getrennt voneinander. Die jeweiligen Rundgänge sind ein fester Termin für alle, die sehen wollen, wozu der Kunstnachwuchs fähig ist. Seit 2013 gibt es nun erstmals eine Ausstellung, die ausgewählte Arbeiten beider Hochschulen gemeinsam zeigt: „Berlin Masters“ – eine einzigartige Momentaufnahme aus der Kunststadt Berlin im direkten Vorfeld der Berlin Art Week im September.

Kuratoren Lydia Korndörfer und Lisa Polten_Photo_Jan Steinhauer

Die Erfinderinnen von „Berlin Masters“ Lydia Korndörfer und Lisa Polten. Foto: © Jan Steinhauer

Hinter „Berlin Masters“ stecken Lydia Korndörfer und Lisa Polten. Für sie wurde es höchste Zeit eine gemeinsame Plattform für die Abschlussarbeiten zu schaffen. Ein Ort und ein Format an dem sich die Nachwuchskünstler der beiden Hochschulen treffen können. Für die Kunstszene und Kunstinteressierte ist „Berlin Masters“ die Chance herauszufinden, welche Trends und verbindenden Themen es bei den Nachwuchskünstlern gibt.

Vom 18. bis 20. Juli finden nun wieder die Rundgänge an der Universität der Künste und der Kunsthochschule Weißensee statt. Dann betreten Lydia und Lisa die Welt aus der heraus ihre Ausstellung entstehen wird. Gemeinsam müssen sie entscheiden, welche der Künstler sie zu den „Berlin Masters“ einladen. Im vergangenen Jahr waren sie sich bei dieser Auswahl ziemlich einig. Aber sie haben für den Notfall vorgesorgt: Jede hat eine Carte Blanche.

Ein sanfter Realitätsschock für den Nachwuchs
b_m.ausstellung-(6-von-11)_

So sah es 2013 bei den „Berlin Masters“ aus

Wie so oft bei neuen und bestechend sinnvollen Ideen gibt es auch hier reihenweise positive Nebeneffekte. Für die jungen Künstler ist es oft die erste Ausstellung in einer international renommierten Galerie. Ein sanfter Realitätsschock mit vielen noch ungewohnten Aufgaben: Ein angemessener Preis für das Werk, ein Text für den Ausstellungskatalog, professionelle Fotos der eigenen Arbeiten, Kontakt mit Galeristen und Medien. Es gibt viel zu bedenken. Wer bei den „Berlin Masters“ dabei ist, der befindet sich in der „Transitphase“, wie es Lydia Korndörfer nennt. Der geheimnisvolle Weg zwischen Hochschulwelt und Künstlerrealität. Es wirkt beinahe wie ein Coaching.

Und auch für Lisa Polten und Lydia Korndörfer ist es ein lehrreicher und eleganter Einstieg in eine mögliche Karriere als Kuratorinnen oder Galeristinnen. Noch sind sie im Masterstudiengang der Kunstgeschichte, arbeiten aber bereits größtenteils für Galerien oder Kunstprojekte. Eine eigene Ausstellung mit allem, was dazugehört, ist auch für sie die beste Vorbereitung auf die angestrebte zukünftige Realität.

Als Patron für ihr Projekt haben die beiden den international angesehenen Berliner Galeristen Matthias Arndt gewonnen. In seiner Galerie auf der Potsdamer Straße werden auch in diesem September wieder die ausgewählten Werke gezeigt.

Es bleibt also dabei: Berlin ist so spannend und gut, wie die Ideen und der Aktionsmut seiner Bewohner – beziehungsweise in diesem Fall: seiner Bewohnerinnen!

Berlin Masters 2014 Logo

Die „Berlin Masters“ Ausstellung wird vom 6. bis 13. September zu sehen sein.
Eröffnung am 5. September, 19 -22 Uhr
Galerie Arndt, Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin

Alle weiteren Infos zu „Berlin Masters“ auf Facebook und auf der Homepage zur Ausstellung.

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top