RosePolitische Krimis aus Frankreich.

Mag sein, dass Dominique Manotti vordergründig Krimis schreibt. Tatsächlich sind ihre Bücher ein hellwacher, entlarvender Blick in das politische und wirtschaftliche Frankreich. Ein wunderbarer Einstieg in diese Welt ist der Roman „Zügellos“, der im Herbst 1989 in Paris spielt.

Foto: Les Petites Gestes Opale

Foto: Les Petites Gestes Opale

Manotti spinnt eine Story, mit der sie wunderbar die Stimmung dieser Zeit einfängt: Wachsende Großkonzerne, Werbung als immer noch großes Heilsversprechen, AIDS und Kokain, der Zusammenbruch des Ostblocks.

Ein wenig erinnert Manotti an Fred Vargas. Doch wo Vargas manchem zu verspielt und metaphysisch wird, begnügt sich Manotti mit einem grellen Schnappschuss. Ihre Charaktere sind jedoch ähnlich verschroben-sympathisch und ihr Blick auf Paris nicht weniger klug verliebt. Gesellschaftskritische Romane von einer Wirtschaftshistorikerin, die lange Jahre die Pariser Sektion der größten französischen Gewerkschaft leitete, – das mag anstrengend klingen. Das Gegenteil ist der Fall: Man kehrt sehnsüchtig in Manottis Welt zurück und lässt sich auf höchstem Niveau unterhalten.

Die Bücher von Dominique Manotti erscheinen im Ariadne Verlag.

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