Rose Kranich ReiseGirlyness und Cuteness als Schaffensmomente der eigenen Kunst. Die amerikanische Künstlerin Grace Weaver stellt ab September in der Berliner Galerie Soy Capitán das erste Mal in Europa aus.

„I think of my paintings as pop songs.“ Das selbst sagt die amerikanische Künstlerin Grace Weaver über ihre Werke. In der Tat muss man beim Betrachten ihrer Bilder an knallige Pophymnen denken. Einerseits sind sie voller Bewegung, bunt und schrill, andererseits fein, zerbrechlich und sehr mädchenhaft. Die in New York lebende und arbeitende Weaver möchte den Fokus in ihren Werken bewusst auf „Girlyness“ und „Cuteness“ legen. Ziel ihres Schaffens ist es, der langen Geschichte der Ölmalerei eine mädchenhafte Perspektive hinzuzufügen.

Courtesy by the artist, Thierry Goldberg Gallery, New York, and Soy Capitán, Berlin. Grace Weaver Détente, 2014 Öl auf Leinwand 210,8 x 238,8 cm

Courtesy by the artist, Thierry Goldberg Gallery, New York, and Soy Capitán, Berlin. Grace Weaver, Détente, 2014, Öl auf Leinwand, 210,8 x 238,8 cm.

Grace Weaver wurde 1989 in Vermont, USA, geboren. 2015 graduierte sie an der Virginia Commonwealth University. Der Titel ihrer Masterthesis ist „Love Story“ und thematisiert Weavers künstlerisches Schaffen in einer interdisziplinären Darlegung aus Malerei, Musik und Film. Der Titel ihrer Masterthesis kommt dabei nicht von ungefähr: Die Vereinigung von Farbe und Form in fließenden Übergängen bildet in jedem ihrer Bilder eine Geschichte, welche es schafft, alltägliche Narrative herauszuarbeiten und dabei trotzdem die Zeitlosigkeit der Themen Jugend, Naivität und Liebe in einer speziellen Relation und wenig abstrakt zu thematisieren.

Courtesy by the artist, Thierry Goldberg Gallery, New York, and Soy Capitán, Berlin.Grace Weaver, Match Point, 2015, Öl auf Leinen, 182,8 x 182,8 cm.

Courtesy by the artist, Thierry Goldberg Gallery, New York, and Soy Capitán, Berlin.Grace Weaver, Match Point, 2015, Öl auf Leinen, 182,8 x 182,8 cm.

Grace Weaver sagt, dass „Cuteness“ eine enorme Komplexität darstelle, die vermeintliche Oberflächligkeit dieses „Süßseins“ werde gebrochen durch ihre starken Farben und Formen. Die Darstellung klassischer Motive der Liebe und des alltäglichen Lebens, mit der Verbindung technologischer Geräte des 21. Jahrhunderts, lassen den modernen Betrachter in gewisser Weise sich selbst betrachten. Auch  führt Weaver an, dass ihre Arbeiten einen starken autobiografischen Aspekt darstellten. Der Wunsch einzelne Lebenssituationen einer jungen Frau abzubilden, in Form von kontrastreichen Farben, die Leichtigkeit und zugleich Tiefe vermitteln, gelingt der 26-jährigen. So wird klar, was die Künstlerin meint, wenn sie selbst ihre Bilder in Verbindung mit bittersüßen Popsongs bringt. Leben, Liebe, Freude und Tragödie – alles auf kleinstem Raum mit einem großem Maß an Ehrlichkeit illustriert.

Bereits in New York, Burlington und Richmond war Grace Weaver mit Soloausstellungen vertreten. Nun sind ihre Werke das erste Mal in Europa zu sehen. Vom 18. September bis zum 31. Oktober stellt die Galerie Soy Capitán in der Prinzessinnenstraße 29, 10969 Berlin-Kreuzberg Weavers Arbeiten aus .

Titelbild: Courtesy by the artist, Thierry Goldberg Gallery, New York, and Soy Capitán, Berlin. Grace Weaver, Détente, 2014, Öl auf Leinwand, 210,8 x 238,8 cm.

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