Rose IdeeJeder kennt es: liebevoll eingepackte Geschenke zu Weihnachten – und innerhalb von Sekunden wird das Geschenkpapier zerrissen und landet sogleich in der Mülltonne. Auch wenn das Papier vielleicht sogar schon das Prädikat „recycelt“ trägt – mit Nachhaltigkeit hat unser hiesiges Geschenkeeinpacken wenig zu tun.

In Japan ist man schon lange ein Stück weiter.  Dort haben Verschenken und beschenkt werden einen gesellschaftlich hohen Stellenwert. Traditionell werden die Geschenke, anstatt in wenig nachhaltiges Papier eingepackt, in wunderschöne Tücher gehüllt, die mitunter aber auch bis zu 70 Euro kosten können. Furoshiki nennen sich diese quadratischen Tücher und stellen schlicht eine umweltfreundliche Alternative zum Einweg-Geschenkpapier dar, das  gleich meterweise verkauft wird.

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Unter dem Namen The Cloth Project bringt May-Britt Frank-Grosse diese Art des Schenkens nun nach Deutschland.  Sie möchte  zum Um- und Nachdenken anregen, das Schenken nachhaltig und schöner gestalten, ohne dass man dabei tief in den Geldbeutel greifen muss. Entstanden ist die Idee für The Cloth Project genau vor einem Jahr während eines Abschlussprojektes ihres Aufbaustudiums „Nachhaltigkeit und Journalismus“ an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie stieß während einer Recherche auf die in Japan schon lange verankerte Tradition der Furoshiki, schrieb darüber und entschied sich eine Geschäftsidee daraus zu entwickeln.

„Natürlich bin ich nicht die erste, die Furoshiki Tücher anbietet.“, sagt May-Britt, „Aber mein Ansatz ist, sie preislich nah an einen Bogen Geschenkpapier heranzurücken.“ Deshalb bezieht sie die quadratischen Tücher für The Cloth Project aus dem secondhand Großhandel. Die Aufhänger werden in Handarbeit angenäht. Geschenke in Tücher einzupacken erzeugt für alle Beteiligten einen doppelten Mehrwert, einerseits reduziert man den Papiermüll, andererseits kann der Beschenkte das Tuch weiterverwenden. Verpackt wird nach japanischem Vorbild durch Wickeln und Knoten. Im Video stellt The Cloth Project die Verpackungsart ‚Basic Carry Wrap‘ vor.

Erst seit ein paar Wochen sind die Tücher von The Cloth Project auf der Onlineplattform Etsy und in dem Ladengeschäft Present&Paper in Berlin-Prenzlauerberg erhältlich. Entweder einzeln oder in fein kuratierten Tuchsets zu drei, vier oder fünf Tüchern. Preislich liegt ein Tuch bei 5 Euro, im fünfer-Set bei etwa 4 Euro.

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An Weihnachten kommen unter May-Britts Weihnachtsbaum in Zukunft jedenfalls nur noch verpackte Geschenke nach Furoshiki-Art. Aber sie hat noch weitere Ziele. „Mit dem Start des Projektes habe ich mich auf eine Mission begeben, Tücher als Geschenkverpackung gesellschaftsfähig zu machen. Das möchte ich in Zukunft gerne noch weiter denken. Vielleicht könnten Tücher irgendwann auch Versandkartons ersetzen. Das wäre toll. Die müssten allerdings etwas stabiler sein, als unsere Halstücher.“ Man darf also gespannt sein, was The Cloth Project in nächster Zeit von sich hören lässt!

Fotos: Alexandra Klei, The Cloth Project

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