Rose NerdDie phantastischste Ausstellung dieses Sommers gibt es in der Fondation Cartier in Paris: „Beauté Congo – 1926-2015 – Congo Kitoko“ zeigt zeitgenössische Kunst aus dem Kongo – ein aberwitziges Feuerwerk der Farben und Szenen.

Vielleicht gehe ich zu selten in Ausstellungen, aber oft haben sie für mich etwas merkwürdig Gravitätisches. Man schleicht nachdenklich von Bild zu Bild und versucht alles angemessen zu würdigen. Die Ausstellung „Beauté Congo“ ist verglichen damit eine Sommerparty mit froher Musik und bunten Cocktails. Ein Streifzug durch beinahe hundert Jahre Kunst, die sich stets einer enormen kulturellen Identität besinnt.

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JP Mika, Kiese na kiese, 2014 Oil and acrylic on fabric, 168.5 x 119 cm Pas-Chaudoir Collection, Belgique © JP Mika; Photo © Antoine de Roux

Unbestrittenes Highlight der Ausstellung sind die Arbeiten der Künstlergeneration, die seit 2000 aktiv ist. Hier werden überschnappende Kollagen, mit Malerei in buntesten Farben und politischem Anspruch verbunden. Im Ergebnis stehen Motive, die man noch lange im Gedächtnis behalten wird, wie beispielsweise das Titelmotiv der Ausstellung  „Kiese na Kiese“ von JP Mika, das ein tanzendes Paar zeigt.

Chéri Samba, Amour & Pastèque, 1984 Oil on canvas, 79 x 89 cm Private collection © Chéri Samba Photo © Florian Kleinefenn

Chéri Samba, Amour & Pastèque, 1984; Oil on canvas, 79 x 89 cm; Private collection; © Chéri Samba; Photo © Florian Kleinefenn

Ebenso beeindruckend sind jedoch Fotografien aus den 1970er Jahren, die alltägliche Szenen und modische Avantgarde zeigen. Begleitet wird das an vielen Ecken mit Hörinseln, in denen man in den Rhythmen kongolesischer Musik versinken kann.

Chéri Samba, Oui, il faut réfléchir, 2014 Acrylic and glitters on canvas, 135 x 200 cm Collection of the artist © Chéri Samba Photo © André Morin

Chéri Samba, Oui, il faut réfléchir, 2014; Acrylic and glitters on canvas, 135 x 200 cm; Collection of the artist; © Chéri Samba; Photo © André Morin

Beauté Congo – 1926-2015 – Congo Kitoko
Fondation Cartier, Paris
Noch bis 15. November 2015.

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